SVZ-Serie „Ehrensache“ : Platz machen für den Nachwuchs

Heiko Genke mit seiner Enkelin Juna am Tiefen Ziest in Lalendorf. Für sie hofft er jetzt etwas mehr Zeit zu haben.
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Heiko Genke mit seiner Enkelin Juna am Tiefen Ziest in Lalendorf. Für sie hofft er jetzt etwas mehr Zeit zu haben.

Heiko Genke kandidierte nach über 20 Jahren nicht wieder für den Vorstand der KSG Lalendorf/Wattmannshagen

Bei der Wahl im Mai kandidierte Heiko Genke nicht wieder für den Vorstand der Kommunalen Sportgemeinschaft (KSG) Lalendorf/Wattmannshagen. Fast 23 Jahre an der Spitze des über 200 Mitglieder starken Vereins, zunächst als Finanzwirt, dann als 1. Stellvertreter des Vorsitzenden und Geschäftsführer, waren eine lange Zeit, findet der 49-Jährige. Nun soll mehr die Familie im Vordergrund stehen – vor allem Enkelin Juna -, aber der Rückzug hat noch einen anderen Grund.

„Mit Tom Wunderlich haben wir einen 27-Jährigen, der bereit ist, Verantwortung im Führungsbereich der KSG zu übernehmen. Die sollten wir ihm auch übertragen“, findet Genke. Er halte nichts davon, jemanden „mitlaufen“ zu lassen, bis man gewillt sei, den Posten zu räumen. „Es ist schwer genug, engagierte Nachwuchsführungskräfte zu finden“, sagt Genke. Er will sich ja auch nicht aus der KSG zurückziehen. Er bleibe Mitglied, stehe als Ansprechpartner zur Verfügung und wurde zudem in den Ältestenrat gewählt. „Dessen Aufgabe ist es, den Verein zu repräsentieren und die Tradition zu pflegen, aber auch Schlichtungs- und Kontrollaufgaben zu übernehmen“, zählt er auf.

1993 kam Heiko Genke vom Studium der Agrarwirtschaft an der Uni Rostock in die Gemeinde Lalendorf. Er übernahm im Vorstand der KSG zunächst das Finanzressort, wobei das Finanzamt zunehmend sein Partner wurde. Mit vorangetrieben hat er wichtige Investitionsvorhaben, wie die Ausgestaltung des Sportlerheims, die Sanierung der Sporthalle in Vogelsang, bei der die Sportler sehr viele Eigenleistungen erbrachten, und – als letztes großes Vorhaben – die Mitarbeit am Bau der Sport- und Freizeitanlage hinter der Lalendorfer Schule. „Die KSG hat sich nie nur als Sportverein verstanden. Uns ist wichtig, etwas für das Miteinander in der Gemeinde zu tun, vor allem den Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu bieten“, versichert Heiko Genke. So unterstützt die KSG bei Dorffesten, organisiert den jährlichen Maitanz oder hilft bei den legendären Veranstaltungen des Radener Carnevalclubs (RCC). „Wir haben ein gutes Verhältnis zu den Vereinen in der Gemeinde“, sagt er. Gerade im ländlichen Bereich sei eine gute Vereinsarbeit ein wichtiger weicher Faktor der Infrastruktur. „Leute kommen und bleiben eher, wenn sie eine Heimat in Vereinen finden“, ist er überzeugt.

Dennoch sieht er, dass in einigen Abteilungen der KSG der Nachwuchs fehlt. Beim Fußball haben sich die KSG schon mit dem SV Einheit Groß Wokern zusammengetan, um Spiele zu ermöglichen. Nachwuchs würde auch der Volleyball, eine Sportart, der sich Genke verschrieben hat, vertragen. Und in der KSG gibt es Überlegungen, für die Mädchen eine Handballabteilung aufzumachen, eventuell gemeinsam mit einer anderen Gemeinde.

Seit das Ehepaar Wessel und seine Tochter die Kinder- und Jugendarbeit in der KSG übernommen haben, geht es wieder aufwärts im Nachwuchsbereich. „Sie sind ein Glücksfall für unsere Gemeinde“, erkennt Genke an, der selbst erfahren hat, dass eine Menge ehrenamtlicher Arbeit notwendig ist, um den Verein voran zu bringen. „Um die acht Stunden pro Woche waren es schon, manchmal mehr“, resümiert er. Wenn er jetzt kürzer tritt, heißt das nicht, dass sein Herz weniger für die KSG Lalendorf/Wattmannshagen schlägt.  


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