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Stadtsanierung Güstrow : Platz für ein Dutzend Wohnungen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Sanierung des historischen Gebäudes in der Schlossstraße in der Planungsphase – Baubeginn im Herbst.

von
erstellt am 01.Jul.2017 | 05:00 Uhr

In die Schlossstraße 6 kommt Bewegung. Nicht täglich, aber immer wieder ist die Erwartungsbaustelle belebt. Im Herbst könnte es mit der Sanierung losgehen.

Mit dem Auszug des Pflegeheimes „Abendfrieden“ im Jahr 2005 war in dem Gebäude mit dem mächtigen Steildach, was auf seinen Ursprung in der Zeit der Renaissance hinweist, Ruhe eingekehrt. Ein Unternehmen aus Nürnberg hatte das Haus von der Diakonie gekauft und lange nach einer sinnvollen Nutzung gesucht. Inzwischen hat die Fränkische Steuerberatungs- und Treuhandgesellschaft verkauft. Der neue Eigentümer will das Haus nun sanieren lassen. „Wir sind in der Planungsphase und in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege“, sagt Rolf Schäfer von der Schelfbauhütte aus Schwerin, der das Projekt als Architekt betreut. Verkleidungen, Fliesen und Einbauten müssten zum Teil entfernt werden, um die historische Bausubstanz dahinter in Augenschein nehmen zu können. Ein Bauhistoriker und eine Restauratorin begleiten die Arbeiten begleiten. Spektakuläres habe man dabei noch nicht entdeckt. Die Bausubstanz schätzt Schäfer als verhältnismäßig gut ein. In den 1990er-Jahren war das Dach erneuert und Umbauarbeiten vorgenommen worden. Die Kunst bestehe wieder einmal in erster Linie darin, unter weitgehender Beibehaltung der Strukturen des Haupthauses und des Anbaus Grundrisse für Wohnungen zu ersinnen, die den heutigen Anforderungen an ein modernes Wohnen entsprechen. „Im Vorderhaus und im Anbau sollen jeweils sechs Wohnungen entstehen“, berichtet der Architekt. Dabei lege man Wert darauf so viel historische Bausubstanz wie möglich zu erhalten und wo notwendig Neues erkennbar hinzuzufügen. Dabei sei man auf einer Linie mit dem Bauherren aus Schleswig-Holstein, der sich in der Vergangenheit schon in Schwerin für den Erhalt historischer Bausubstanz engagierte.

Das 1590 als Wohnhaus errichtete Gebäude in der Schlossstraße 6 hat eine bewegte Geschichte. Um 1880 war es Gaststätte und Weingroßhandel, ab 1912 Mädchen-Mittelschule. 1932 hatte der Verein „Herberge zur Heimat“ das Haus gekauft. Damit war es in den Besitz der Kirche übergegangen, die es 1956 zum Altersheim „Abendfrieden“ umnutzte. Etwas Besonderes ist das Innungsschild der Messer-, Huf- und Waffenschmiede (1634). Es handelt sich um eine Nachbildung (Original im Museum). Man nimmt an, dass es zu dem Haus gehörte, war dieses doch lange Zeit Herberge für Handwerker. Die Nachbildung war zur 750-Jahr-Feier der Stadt auf Betreiben des Heimleiters Dietrich Winter angefertigt worden.

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