Niederdeutsche Lesung : Plattdeutsche Reime und Geschichten im Grünen

Wenn Behrend Böckmann in seinem Garten in Kirch Rosin liest, wollen immer viele Leute zuhören.
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Wenn Behrend Böckmann in seinem Garten in Kirch Rosin liest, wollen immer viele Leute zuhören.

Behrend Böckmann lud zum 9. ubd vorletzten Mal zu „Platt in’n Gorn“ nach Kirch Rosin

Die Vögel singen und die Sonne scheint. Dazu gibt es Getränke und plattdeutsche Reime und Geschichten. Das kann nur im Garten von Behrend Böckmann aus Kirch Rosin sein. Der 73-Jährige hatte jetzt zum neunten Mal zu „Platt in’n Gorn“ eingeladen. „Nächstes Jahr ist es das zehnte Mal und dann ist wohl Schluss“, sagt Behrend Böckmann. Schon diesmal hat die Familie sehr geholfen, um den Garten entsprechend herzurichten und alle Stühle, Tische und Sonnenschirme aufzustellen.

Immer wieder scheint Behrend Böckmann ein Thema oder eine Begebenheit einzufallen, das er in plattdeutsche Reime fassen kann. Manchmal sind es Zeitungsartikel, die ihm dafür angemessen erscheinen, manchmal sind es vielleicht auch eigene Erlebnisse. Themen jetzt waren unter anderem „Bluthochdruck“ oder „Warum die Bockwurst Knackwurst heißt“. Auch die derzeit so angesagten „Smoothies“ nahm er mal auf die humorvolle Weise aufs Korn.

Für die Besucher sind diese Nachmittage immer wieder ein Erlebnis. „Wir sind neugierig darauf, was er sich wieder hat einfallen lassen“, sagt Helga Wiedebusch aus Kirch Rosin. Mit ihrem Mann Hennecke hat sie diesen Veranstaltungsbesuch zur Tradition werden lassen. „Treue Kirch Rosiner dürfen doch nicht fehlen“, betont sie.

Insgesamt hatten sich etwa 80 Männer und Frauen auf den Weg gemacht, um die neunte Ausgabe von „Platt in’n Gorn“ nicht zu verpassen. „Beim ersten Mal waren es 25“, erinnert sich Behrend Böckmann, der im vergangenen Jahr auch an einem plattdeutschen Büchlein über John Brinckman gearbeitet hat. In seinem Garten aber will er die Besucher über Wortarten und Wortspiele auf amüsante Art und Weise in die plattdeutsche Sprache einführen. Neben der plattdeutschen Grammatik nutzt er dafür auch plattdeutsche Dichter, plattdeutsche Literatur sowie viele Geschichten und Sprichwörter.

Auch Bürgermeister Ulrich Blau kommt gern in den Böckmannschen Garten. „Ich versuche dabei zu sein, wenn Leute aus unserer Gemeinde etwas auf die Beine stellen“, sagt er. Jahr für Jahr lassen sich mehr Männer und Frauen zu diesem besonderen Platz einladen. Auch die Güstrower Plattsnackers sind immer wieder mit dabei und lassen sich die Lesung nicht entgehen. „Wir sind da, wo Platt snackt ward“, so Ingrid Vogelsang von der Gruppe. Wenn Böckmann sein Vorhaben wahr macht, dann wird es im nächsten Jahr tatsächlich zum letzten Mal heißen: „Platt in’n Gorn“.

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