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Güstrower Anzeiger

11. Dezember 2017 | 16:14 Uhr

Wollhalle : Plakate aus vier Jahrzehnten

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Neue Schau in Wollhalle wird Donnerstag eröffnet / 79 Exponate dokumentieren SBZ- und DDR-Geschichte

„Diesmal zeigen wir ein Stück Zeitgeschichte, die viele unserer Besucher noch selbst erlebt haben“, verrät Kunsthistorikerin Iris Brüdgam über die neue Ausstellung in der Güstrower Wollhalle. Ab Donnerstag werden in der städtischen Galerie 79 Plakate aus der ehemaligen Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR gezeigt. „Wir freuen uns besonders, dass wir unseren Gästen diesmal hauptsächlich Exponate aus unserem eigenen Bestand präsentieren können“, sagt Iris Brüdgam. Lediglich zwei Leihgaben aus einem Güstrower Privatbesitz ergänzen die Schau, die Plakate von 1946 bis 1985 umfassen wird. Darunter ein Anschlag zur 30. Internationalen Friedensfahrt, die 1977 durch Güstrow führte, und ein Filmplakat des Defa-Indianerfilms „Osceola“ .

Mehr als 100 000 Objekte schlummern derzeit im Depot der Wollhalle – viele seien jedoch restaurationsbedürftig und können daher noch nicht in Ausstellungen gezeigt werden. Seit vielen Jahren unterstützt daher die Güstrower AWG die Projekte der städtischen Galerie – zuletzt die Restauration historischer Theaterzettel. Für die neue Plakatschau gab es eine Finanzspritze in Höhe von 2000 Euro. Dafür konnten Reproduktionen der empfindlichen Papier-Exponate erstellt werden.

„Schon seit 2008 engagieren wir uns für die Wollhalle. Als Wohnungsbaugenossenschaft sind wir Teil der Stadt und wollen unseren Beitrag zur kulturellen Infrastruktur leisten“, erklärt Vorstand Brigitte Kornmesser das Engagement der AWG. Auch in Zukunft wolle die Genossenschaft als Sponsor, Partner und Freund der Wollhalle auftreten, verspricht sie beim gestrigen Pressegespräch zur neuen Ausstellung.

Als Dankeschön für ihr Engagement erhielt Vorstandsmitglied Brigitte Kornmesser gestern stellvertretend für die AWG das Plakatmotiv „Mach mit!“ aus dem Jahr 1977 von Bürgermeister Arne Schuldt überreicht. „Ich habe schon eine ganze Reihe solcher schönen Präsente und auch dieses wird sicher einen Ehrenplatz in unseren Räumen finden“, verspricht Kornmesser.

Für die inhaltliche Ausrichtung der Plakatschau, die bis zum 23. November am Franz-Parr-Platz zu sehen sein wird, zeichnet sich Kunsthistorikerin Iris Brüdgam verantwortlich. Unterstützt wurde die Museumsangestellte von Geschichtsstudent Clemens Armbrüster. „Er war 14 Tage für ein Praktikum hier vor Ort und hat mir nochmal einen ganz anderen Blick auf die Plakate eröffnet – das war ein wirklich schöner Austausch“, so Brüdgam, die, auf dessen Anregung hin, derzeit noch Erklärungen fertigt, die die jeweiligen Plakate in den historischen Kontext einordnet.

„Immerhin zeigen wir Plakate aus vier Jahrzehnten – da ist viel passiert und das sieht man auch an der unterschiedlichen Gestaltung“, so die Kunsthistorikerin, für die die Vorbereitung der Schau auch eine ganz eigene Auseinandersetzung mit der Geschichte ermöglichte.

Die Ausstellung „Plakate aus der SBZ und der DDR“ wird am Donnerstag um 18 Uhr im Rahmen der 14. Güstrower Kunstnacht in der Wollhalle eröffnet.

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