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Etat Krakow am See : Pläne in schwieriger Situation

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Krakow am See investiert in Millionenhöhe trotz Defizits / Planung für Trauerfeierhalle beginnt

von
erstellt am 29.Feb.2016 | 05:00 Uhr

Immer wieder neu gestellt wird die Frage, wo sie denn bleibt, die neue Trauerfeierhalle für Krakow am See. Jüngst monierte Sitah Eisel vom Seniorenbeirat in ihrem Jahresbericht vor den Stadtvertretern: Schon im September 2014 habe man ausführlich über das Thema gesprochen, doch obwohl auch schon mehrere Gremien dazu beraten hätten, sei bis heute kein Ergebnis bekannt. „Das Amt bereitet dazu eine Beschlussvorlage vor, da geht’s weiter“, verspricht Bürgermeister Wolfgang Geistert.

Wichtigste Voraussetzung dafür: eine Position im Haushalt der Kommune. Diese hat die Feierhalle, 12  000 Euro sind für die erforderliche Planung dieses Jahr eingestellt. Allerdings: Da, wie schon seit sechs Jahren, der Krakower Etat auch für 2016 nicht ausgeglichen gestaltet werden kann, steht alles noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Kommunalaufsicht.

Eine Ursache dafür ist ein wieder etwas sinkendes Gewerbesteueraufkommen: um 30  000 Euro auf 320  000 Euro, so wird vermutet. Dieser Trend dürfte sich, das prognostiziert die Kämmerei, in den nächsten Jahren fortsetzen. Hinzu kommen nach wie vor hohe Umlagen an das Amt (508  000 Euro), vor allem aber an den Landkreis. So verschlingt allein die Kreisumlage (1,04 Mio Euro) die gesamten Schlüsselzuweisungen (962  800 Euro/22  900 Euro weniger als 2015, plus 33  000 Euro Sonderzuweisung/2015 keine) an den Luftkurort. Da ist die Altfehlbetragsumlage (18  900 Euro) noch gar nicht enthalten, im Gegenteil: 98  000 Euro müssen aus den allgemeinen Deckungsmitteln entnommen werden, um allein diesen großen Ausgabeposten begleichen zu können. Damit nicht genug, rechnet die Kämmerei für 2017 noch mit weiteren Umlagesteigerungen, da für das Folgejahr allgemein steigende Sozialausgaben erwartet werden, die irgendwie ausgeglichen werden müssten. „Im Ergebnis steht jährlich immer weniger Geld zur Verfügung“, resümiert der Vorbericht zum Krakower Haushaltsplan 2016.


Investitionen ja, aber keine Neuverschuldung


Gleichwohl haben die Krakower in diesem Jahr noch einiges mehr vor als nur den Planungsstart für eine neue Feierhalle. Insgesamt 1,75 Millionen Euro sollen in die Infrastruktur des Luftkurortes investiert werden (SVZ berichtete). Größtes Vorhaben ist der in zwei Abschnitte geteilte Ausbau der Belliner Feuerwehr. So sind für die Sanierung und den bedarfsgerechten Umbau des Dorfgemeinschaftshauses (Sozialräume für die Wehr, Wohnungen) 310    000 Euro veranschlagt. Der zweite Bestandteil dieses Projektes, die Errichtung einer Doppelhalle für die Fahrzeuge als Anbau für das Dorfgemeinschaftshaus am Karpendiek, schlägt mit weiteren 300  000 zu Buche. Für beide Teile erwartet die Stadt die Bereitstellung von Fördermitteln durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) und den Landkreis.

Hohe Förderbeträge stehen auch den weiteren großen Brocken im Finanzhaushalt gegenüber: 85 Prozent für einen zu entwickelnden Kur- und Heilwald (Gesamtkosten 300  000 Euro) sowie für das Bodenordnungsverfahren „Weg zur alten Schäferei“ (247  000 Euro), 55 Prozent für die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges für die Charlottenthaler Wehr, das 200  000 Euro kosten soll.

Gute Ausgangslage dafür, dass das alles klappt: Eine Neuverschuldung soll’s nicht geben.

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