Nachwuchsmangel : Pilzberatung fällt in diesem Jahr aus

Beraten nun nicht mehr im Güstrower Kreishaus: die Pilzsachverständigen Klaus Warning aus Bützow (l.) und Christoph Kretschmer aus Teterow.
Beraten nun nicht mehr im Güstrower Kreishaus: die Pilzsachverständigen Klaus Warning aus Bützow (l.) und Christoph Kretschmer aus Teterow.

Nachdem 2014 eine zentrale Pilzberatung im Kreishaus startete, sind die Experten jetzt nur noch telefonisch erreichbar.

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03. September 2015, 06:00 Uhr

Eine schlechte Nachricht für alle Pilzfreunde ist nun vom Landkreis zu erfahren: In diesem Jahr wird es keine regelmäßige Pilzberatung mehr geben. Die Nachfrage nach individuellen Beratungen sei gesunken und der Aufwand für die beiden Pilzberater aus Bützow und Teterow schlichtweg zu groß, informierte gestern Landkreissprecher Kay-Uwe Neumann.

Seit Anfang 2014 hat die Kreisstadt Güstrow nun bereits keinen Pilzsachverständigen mehr. Um die Anfragen abzufangen, hatte der Landkreis eine entsprechende Beratungsstelle im Güstrower Kreishaus eingerichtet. Die erfahrenen Pilzberater Klaus Warning aus Bützow und Christoph Kretschmer aus Teterow öffneten immer dienstags ihre Tür, doch die bleibt in der aktuellen Pilzsaison nun erst einmal geschlossen. „Der Aufwand war für uns einfach zu groß und einmal in der Woche ist natürlich auch viel zu wenig“, sagt Pilzexperte Klaus Warning und fügt hinzu: „Wenn die Leute am Freitag nach der Arbeit in die Pilze gehen, dann bringt ihnen eine Beratung am Dienstag auch nichts mehr.“ Auch der Zulauf sei nicht besonders groß gewesen und so haben er und sein Kollege Christoph Kretschmer entschieden, künftig nicht mehr im Kreishaus präsent zu sein.


Berater-Nachwuchs ist Mangelware


Dennoch stehen die Pilzberater allen Sammlern auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite. „Man kann uns gerne immer anrufen – wir sind von Montag bis Freitag im Einsatz“, sagt Klaus Warning und fügt hinzu: „Eine Beratung erfolgt aber nicht telefonisch, denn um einen Pilz richtig bestimmen zu können, muss man ihn sehen, riechen und anfassen. Das ist ganz wichtig.“

Kay-Uwe Neumann verspricht indes: „Wir sind auf der Suche nach einem Nachfolger, damit wir die Beratung im kommenden Jahr wieder im Kreishaus anbieten können.“ Dazu habe es bereits konkrete Gespräche gegeben, doch noch sei nichts fest vereinbart.

Nach wie vor fehle Pilzberater-Nachwuchs in der Region. „Wir haben wirklich schon viel versucht“, so Warning. Bei geführten Pilzwanderungen haben er und seine Kollegen schon mehrfach junge Sammler angesprochen, ob sie sich solch eine ehrenamtliche Arbeit vorstellen könnten. „Einige waren auch interessiert, aber wenn sie hören, dass dafür Lehrgänge und eine Prüfung notwendig wird, dann springen sie schnell wieder ab“, erzählt Warning, der dennoch auf Nachfolger hofft, schließlich sei auch er bereits über siebzig Jahre alt.

Bis dahin helfen Klaus Warning und Christoph Kretschmer bei allen Fragen rund um den Pilz. „Und wenn wir nur einen Giftpilz entdecken, dann hat sich die Arbeit schon gelohnt“, resümiert der Mykologe, der in diesem Jahr aber bislang kaum Pilze in den Wäldern der Region entdecken konnte. „So schlecht war es noch nie – solange ich das mache. Mal schauen, was September und Oktober noch bringen“, sagt Warning.

●Pilzsachverständiger Klaus Warning, Bützow, Termin unter Telefon 038461/27 09 oder 0174/468 80 98

● Pilzsachverständiger Christoph Kretschmer, Teterow, Termin unter Telefon 03996/18 21 10.

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