Fluglärm : Pilotentraining nervt Laager

Verschiedene Airlines nutzen Flugplatz Rostock-Laage am Wochenende / Problem: nicht Lautstärke, sondern Endlosschleifen

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27. April 2015, 21:30 Uhr

Sie sind lange nicht so laut wie die Eurofighter, aber nicht weniger nervig. Das ganze Wochenende hatten die Laager keine Ruhe. Piloten absolvierten ein Landetraining. „Von Freitagnachmittag bis Sonntagnachmittag, Runde für Runde und immer wieder“, klagt Martina Busch. Und trainiert wurde nicht nur am vergangenen Wochenende, sondern schon mehrfach im April.

Am Sonnabend wollte sich Martina Busch nach einer stressigen Arbeitswoche mal eine Mittagsruhe gönnen. „Aber es ging nicht“, sagt sie. Am Sonntag hätte man gern um 8.30 Uhr auf dem Balkon gefrühstückt. „Schon wieder drehten sie ihre Runden“, so die Laagerin. Am Sonnabend seien sie auch direkt über das Stadtgebiet von Laage geflogen. Erholung im Garten sei nicht möglich gewesen. „Mich macht das krank“, sagt Martina Busch.

Sie habe durchaus Verständnis dafür, dass die Flughafen Rostock-Güstrow-Laage GmbH Geld verdienen muss. Der defizitär arbeitende zivile Airport muss durch seine Gesellschafter – Hansestadt Rostock, Landkreis Rostock und Stadt Laage – und das Land permanent finanzielle unterstützt werden. „Aber hier wohnen auch Menschen, auf die Rücksicht genommen werden sollte“, denkt Martina Busch. Sie selbst arbeitet auf dem Militärflughafen und weiß daher, dass es genügend freie Zeiten auch in der Woche gebe, an denen Trainingsflüge stattfinden könnten.


Verstärkte Nachfrage für Pilotentraining


Petra Proba, Marketingleiterin des Flughafens Rostock-Laage bestätigt auf SVZ-Nachfrage, dass verschiedene Airlines den Airport derzeit häufig nutzen. „Wenn es in Mecklenburg schön wird, melden sie sich an. In der Woche sind die Maschinen im Einsatz, so dass eher am Wochenende eine Maschine aus dem System genommen werden kann“, erklärt Proba. Und selbstverständlich verdiene der Flughafen Rostock-Laage damit Geld.

„Wir versuchen alles um die Lärmbelästigung zu verringern“, betont Verkehrsleiter Oliver Dahmer. Deshalb gebe es eine Nord- und eine Südplatzrunde, so dass variiert werden könne. Beantragt sei ein neues Verfahren, das beim Bundesamt für Flugsicherung zur Genehmigung vorliege und es künftig auch bei schlechterem Wetter erlauben soll, dass beide – die Nord- und die Südroute um den Platz – geflogen werden können. Es gebe festgelegte Routen, an die man sich halten müsse. Nicht jedes Dorf könne man dabei umfliegen, erklärt Dahmer. „Wir nehmen jede Beschwerde ernst und versuchen, was geht“, betont der Verkehrsleiter.

Geärgert hat sich Martina Busch auch darüber, dass sie sich nirgends über den permanenten Fluglärm beklagen konnte. Auf der Internetseite des zivilen Flughafens habe sie mit Mühe eine Telefonnummer gefunden. Aber niemand ging ran. Für den militärischen Flugbetrieb gibt eine Beschwerde-Hotline. Diese wünscht sich die Laagerin auch für den zivilen Bereich.

Eine solche Beschwerdestelle gibt es am Flugplatz Rostock-Laage nicht. Die Marketingleiterin verweist auf die Informationshotline unter 01805007737. Diese sei auch am Wochenende zwischen 10 und 18 Uhr besetzt.


Anfrage für Freitag bis Sonntag


Voller Sorge denkt Martina Busch an das kommende lange Wochenende. Mit dem Mai-Feiertag könnte sogar drei Tage lang trainiert werden. In der Tat: Angefragt sei auf dem Flugplatz Rostock-Laage ein Training von Freitag, 11 Uhr, bis Sonntagmittag, informiert Verkehrsleiter Dahmer. Sicher sei dies nicht. „Anfragen kommen auch kurzfristig, ebenso Absagen“, sagt Dahmer.

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