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Reformationsjahr : „Pilgern ist beten mit den Füßen“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gemeinsame Aktion der Kirchengemeinden der Region Güstrow/Bützow im Reformationsjahr am Ziel.

von
erstellt am 09.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Martin Luther übersetzte die Bibel ins Deutsche, um den einfachen Menschen das Wort – das Wort Gottes – zu bringen. Das nahmen die Christen in der Region Güstrow/Bützow wörtlich und pilgerten im vergangenen halben Jahr von Krakow am See bis Laage, von Baumgarten bis Wattmannshagen und von und nach Güstrow. „Es hat funktioniert“, schätzt Pastor Jonas Görlich, Pastor in Lohmen und einer der Organisatoren, ein.

13 Etappen führten durch alle Kirchengemeinden in der Region Güstrow und Bützow. Einander das Wort zu bringen und sich dabei näher zu kommen, war das Ziel. Görlich sieht dieses erreicht, ganz gleich ob vier oder 20 Frauen und Männer gemeinsam unterwegs waren. Vielfach hatte er gehört, dass mehr Menschen zueinander kamen, als man erwartet hatte. Dabei seien nicht nur Menschen einer Gemeinde mitgegangen, oft seien Gäste aus anderen Kirchengemeinde dabei gewesen, um über den Tellerrand hinaus zu schauen und neue Wege zu gehen.

„Unsere Motivation war es, einen etwas anderen Zugang zum Reformationsjubiläum zu finden“, erklärt Görlich. Nicht zu gesprächslastig wollte man dabei sein. Wobei sich unterwegs selbstverständlich Gespräche entwickelten, aber auch mal still gewandert werden konnte. „Es war durchaus beabsichtigt, der empfangenden Gemeinde etwas von den Gedanken auf dem Weg mitzubringen.“


Letzte Etappe von Bellin nach Güstrow


Die letzte Etappe hatte am Sonnabend von Bellin nach Güstrow geführt. Nach einer kurzen Andacht hatten sich Pastor Görlich – auch Bellin ist Teil der großen Kirchengemeinde Lohmen – Anke Thode aus Zehna, Uli Grünberg aus Lohmen und die ehemalige Bölkowerin Lidia Kunjath auf den Weg gemacht. „Pilgern ist beten mit den Füßen“, erklärte Uli Grünberg seine Motivation. Zur Hälfte sei es ein Naturerlebnis, ebenso aber auch eine religiöse Erfahrung. „Ich bin gern unterwegs in der Natur – mit mir und mit anderen“, sagt Lidia Kunjath. Dazu gehöre das Reden ebenso wie das Schweigen. Und Anke Thode wollte bei der Gelegenheit auch Pastor Mitchell Grell kennen lernen. Schon in Mühl Rosin freute man sich auf eine Tasse Tee in der Pfarrkirche, wo die Pilgergruppe von Pastor Grell empfangen wurde.

„Es gibt gemeindliche Pilgergruppen, wenn die Aktion dazu beigetragen hat sich zu vernetzen, wäre das schön“, sagt Görlich. Daraus könnten gemeinsame Unternehmungen hervorgehen. Görlich hofft außerdem, dass sich die Gemeinden auch weiterhin besuchen, vielleicht auch mal mit dem Fahrrad oder dem Boot. Sicher ist er sich darüberhinaus, dass so mancher auf den Geschmack gekommen sein könnte, auch wenn es eher Spaziergänge, denn Pilgertouren waren. „Vielleicht wird der eine oder andere aber doch zum Pilger“, denkt Lohmens Pastor.

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