Pflegedienste wehren sich - lauter Protest in Güstrow

<fettakgl>Mehr als 400 Pflegekräfte</fettakgl> aus dem Landkreis  demonstrierten gestern Nachmittag auf dem Güstrower Markt. <fotos>Jens Griesbach</fotos>
Mehr als 400 Pflegekräfte aus dem Landkreis demonstrierten gestern Nachmittag auf dem Güstrower Markt. Jens Griesbach

svz.de von
30. Juli 2012, 05:51 Uhr

Güstrow | Mit einer spektakulären Aktion haben gestern in der Barlachstadt Pflegedienste und Wohlfahrtsverbände aus der ganzen Region gegen die ab 1. August geplanten niedrigeren Vergütungssätze für die ambulante Pflege in MV demonstriert: Mehr als 400 Pflegekräfte blockierten mit bis zu 80 Autos komplett den Markt vor dem Güstrower Rathaus und machten ihrem Ärger mit Trillerpfeifen und Sirenen Luft. Anschließend ging es mit einem Autokorso laut hupend bis zur AOK in der Speicherstraße, wo die Demonstration ihren Höhepunkt fand. Die Vergütung der häuslichen Krankenpflege in MV soll nach dem Willen der Krankenkassen um teilweise bis zu 20 Prozent sinken. Pflegedienste sehen dadurch ihre Existenz bedroht (SVZ berichtete).

"Ein Herz für Menschen, aber kein Geld", "Kassendiktat ist Menschenverrat" oder "Pflege braucht Anerkennung und keine Fußtritte" und vieles mehr war auf den Protestplakaten der Pflegekräfte zu lesen. "Die Qualität unserer Pflege muss endlich gewürdigt werden", rief Heike Müller vom gleichnamigen Güstrower Pflegedienst ihren Kollegen auf dem Markt zu und erntete lautstarke Zustimmung. Sie forderte eine Anhebung der Vergütungssätze. Im Westen sei die Vergütung teilweise um bis zu 50 Prozent höher. Zudem müsse die AOK sofort an den Verhandlungstisch zurückkehren. Mit dem Aufruf "Wir sind das Pflegevolk" kündigte sie weitere Proteste an.

Stolz zeigte sich Heike Müller, dass es erstmals in Güstrow gelungen sei, alle privaten Pflegedienste und die Wohlfahrtsverbände an einem "Runden Tisch" zu vereinen und den Protest gemeinsam auf die Straße zu tragen. Auch Bürgermeister Arne Schuldt solidarisierte sich gestern auf dem Markt mit den Demonstranten. "Die AOK muss einlenken und kann die Forderungen so vieler Bürger nicht einfach übergehen", sagte er.

Heute will die AOK Nordost noch einmal mit den Pflege-Spitzenverbänden zusammenkommen.

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