Güstrow : Pflege zur Hälfte in Familie

Viele alte Menschen brauchen Pflege – stationär, ambulant oder in der Familie.
Foto:
Viele alte Menschen brauchen Pflege – stationär, ambulant oder in der Familie.

Landkreis diskutiert Pflegesozialplanung.

von
18. Mai 2017, 21:00 Uhr

Derzeit gibt es im Landkreis Rostock 38 stationäre Pflegeinrichtungen, 60 ambulante Dienste und 23 Tagespflegeeinrichtungen. Viele Pflegeheime sind voll. Es gibt Wartelisten. Der Bedarf an Kurzzeitpflegeplätzen übersteigt das Angebot deutlich. Die Probleme kann die Pflegesozialplanung nicht lösen, wohl aber die Situation aufzeigen und Anregungen für künftiges Handeln geben. Nach Vorstellung der 300 Seiten umfassenden Planung im Januar stimmte am Mittwoch nun auch der Kreisausschusses dieser zu. Dem Kreistag obliegt es, die Pflegesozialplanung auf seiner Sitzung am 7. Juni zu beschließen.

Laut Landespflegegesetz muss der Landkreis die Pflegesozialplanung alle fünf Jahre auf den neuesten Stand bringen. Sie kann nichts vorschreiben, wohl aber Anregungen für die Zukunft der Pflege geben. „Mit der Planung in der Hand können wir besser mit potenziellen Investoren verhandeln“, erklärt Monika Mätsch, Leiterin der Sozialamtes. Die Entscheidung liege aber beim Investor. „Das ist Wettbewerb“, sagt Mätsch. Ein Blick auf die Anregungen zu künftigem Handeln – in der Pflegesozialplanung niedergeschrieben – lohne aber. Angeregt werden u.a. mehr Kurzzeitpflegeplätze für eine zeitweise Entlastung pflegender Angehöriger, altersgerechter und bezahlbarer Wohnraum in den Hauptdörfern der Gemeinden für ein lange selbstbestimmtes Leben im Alter, Kümmerer vor Ort, Hol- und Bringedienste, die auch älteren Menschen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen, und, und, und.

Bis 2020 wächst die Zahl der über 80-Jährigen im Landkreis Rostock. Danach gibt es einen Knick, der daraus resultiert, dass in den 1940er-Jahren während und nach dem Zweiten Weltkrieg weniger Kinder geboren wurden. Außerdem: Etwa die Hälfte der heue Pflegebedürftigen im Landkreis wird in der Familie betreut, ein Viertel stationär undein weiteres Viertel ambulant. Verdoppelte sich die Zahl der Leistungsempfänger im Bereich der Pflegeversicherung zwischen 1999 und 2015, so dürfte sie bis 2025 „nur“ um 14 Prozent steigen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen