Forstwirtschaft : Pferderücker atmen auf: Land will weiter fördern

Marko Jakubzyk rückte im April in den Letschower Tannen Holz mit seinen Pferden.
Marko Jakubzyk rückte im April in den Letschower Tannen Holz mit seinen Pferden.

Landesregierung will 20 000 Euro pro Jahr für die schonende Waldwirtschaft zur Verfügung stellen. Doch das Landesparlament muss noch zustimmen.

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18. November 2015, 08:00 Uhr

Aufatmen bei den Pferderückern im Land. Es rückt der Moment näher, dass das Land wieder Mittel – und zwar jedes Jahr 20 000 Euro – zur Förderung und damit zur Sicherung ihrer Existenz ausreicht. „Wir haben vom Minister Backhaus eine schriftliche Information, dass die Landesmittel in die Planung des Doppelhaushaltes 2016/17 eingestellt werden. Jetzt warten wir auf die Zustimmung im Parlament“, informiert Kati Kruthoff, Geschäftsführerin des Waldvereins Bansow. „Wir freuen uns sehr darüber, das unsere Bemühungen sowohl für die Nachhaltigkeit der Böden als auch der Pferderückerbranche sehr höchstwahrscheinlich fruchten werden“, so Kruthoff weiter.

Zur Erinnerung: Die Forderungen machten der Waldverein Bansow, die AG für nachhaltige Waldwirtschaft, die AG naturgemäße Waldwirtschaft MV und die IG Zugpferde 2014 bei einem Waldaktionstag in den Letschower Tannen bei Schwaan öffentlich, weil die Förderung zum September 2014 auslief. Damals versprach der Minister, „Ergebnis orientiert alle Möglichkeiten zur Förderung des Pferderückens auszuloten“. Aber es passierte nichts. Im Gegenteil, ein erstes Unternehmen in Groß Köthel gab wegen fehlender Fördermittel das Pferderücken sogar auf. Das Ministerium verwies damals auf SVZ-Nachfrage auf das Problem, dass die „Pferderückung nach den deutschlandweiten (nicht MV!) Förderprogrammen nicht mehr als prioritär betrachtet“ werde und landeseigene Lösungen zwar gesucht würden, aber ihre Zeit bräuchten. Jetzt hat der Minister entschieden, 20 000 Euro je Jahr für das Holzrücken der Zugpferdehalter bereit zu stellen. Die, betont Minister Till Backhaus, sei aber nicht leicht gefallen, weil in anderen Bereichen gekürzt werden musste. „Trotzdem hat die Landesregierung meinen Vorschlag unterstützt“, betont er im Schreiben an den Waldverein.

Marko Jakubzyk aus Buchholz, den SVZ im April beim Pferderücken in den Letschower Tannen besuchte, begrüßt die Entscheidung. „Sie hilft den Pferderückern ein ganzes Stück weiter. Die Frage ist nur noch, wie das Geld verteilt wird. Gegenwärtig sieht es so aus, dass es direkt an die Leistungsträger geht. Das begrüße ich“, erklärt Jakubzyk. Der Buchholzer rechnet Anfang des Jahres mit den nächsten Einsätzen. Er hofft auch, dass sich weitere Waldbesitzer für diese Art des Holzrückens entscheiden. Jakubzyk ist ein Verfechter dieses bodenschonenden Verfahrens. „Natürlich kann Holz nicht nur mit Pferden geerntet werden. Aber mit dieser Rücketechnik wird ein Teil des Waldbodens eben nicht so verdichtet, dass er auf ca. 150 Jahre für jedes Wachstum tot ist“, sagt er.

Im Waldverein freut man sich auch darüber, dass eine alte Tradition fortgeführt werden kann. Außerdem werden Arbeitsplätze in strukturschwachen ländlichen Regionen gesichert. Im Land gibt es 20 Pferderücker mit 100 Beschäftigten.

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