Rettungsdienst des Güstrower DRK-Kreisverbandes : Personalnummer "1" geht in den Ruhestand

20 Jahre lang fuhr Norbert Buß diesen Barkas der Schnellen Medizinischen Hilfe.  Mit diesem Fahrzeug holten ihn seine Kollegen an seinen letzten Arbeitstag nach 41 Jahren beim DRK in Güstrow ab und brachten  auch seinen alten Arbeitskittel mit.Andreas Bojarra
20 Jahre lang fuhr Norbert Buß diesen Barkas der Schnellen Medizinischen Hilfe. Mit diesem Fahrzeug holten ihn seine Kollegen an seinen letzten Arbeitstag nach 41 Jahren beim DRK in Güstrow ab und brachten auch seinen alten Arbeitskittel mit.Andreas Bojarra

Norbert Buß war 41 Jahre lang im Rettungsdienst des Güstrower DRK-Kreisverbandes tätig. Jetzt geht er in den Ruhestand. Zum Abschied hatten sich seine Kollegen etwas Besonderes einfallen lassen.

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27. September 2012, 10:10 Uhr

Güstrow | 41 Jahren lang hatte jeder Arbeitstag für Norbert Buß (63) seine feste Struktur. Man könnte fast von Ritualen sprechen: Morgens Sachen zusammenpacken, das Stullenpaket, das seine Frau gemacht hat, nicht vergessen, nochmal umschauen, um sich zu vergewissern, dass nichts vergessen ist, und ab zur Arbeit. Zum Abschied noch schnell einen Kuss. Beim Deutschen Roten Kreuz in Güstrow versah Norbert Buß 41 Jahre lang seinen Dienst. Jetzt geht er in den Ruhestand.

Zum Abschied hatte sich seine Kollegen vom Rettungsdienst Güstrow etwas Besonderes einfallen lassen. Als Norbert Buß die Haustür öffnete, stand er da, der Barkas der Schnellen Medizinischen Hilfe (SMH) aus DDR-Zeiten. Dieses Fahrzeug hatte Norbert Buß über 20 Jahre selbst gefahren. Sofort wurden alte Erinnerungen wach. Sein Wachleiter, Olaf Bahr, und der Leiter Rettungsdienst, Andreas Bojarra, ließen es sich nicht nehmen, ihren dienstältesten Kollegen mit der Personalnummer "1" persönlich zur Rettungswache zu fahren. Was Norbert Buß ebenfalls nicht wusste, arbeiten brauchte er diese Nacht auch nicht mehr, längst hatten sich schon Kollegen bereit erklärt, seine Schicht zu übernehmen. Dafür war im Saal neben der Wache alles für eine kleine Abschiedsfeier vorbereitet.

Mit 22 Jahren trat Norbert Buß am 11. Oktober 1971 seinen ersten Arbeitstag als Krankenwagenfahrer beim Deutschen Roten Kreuz in Güstrow an. Wie viele Kranke und Verletzte er seitdem ins Krankenhaus gefahren hat, kann er heute noch nicht einmal mehr abschätzen. An große Ereignisse erinnert er sich dagegen noch genau, so zum Beispiel an abenteuerlichen Fahrten im Katastrophenwinter 1978/ 79. Sein Berufsbild änderte sich im Laufe der Jahre stetig. Vom Krankentransporteur über den SMH-Fahrer bis zum Rettungssanitäter, wie es nach der deutschen Wiedervereinigung gefordert war, musste sich Norbert Buß immer wieder anpassen und die Schulbank drücken. Er tat es auch aus Liebe zu seinem Beruf. In dem konnte er sich sogar schauspielerisch verwirklichen. Gerne erinnert er sich an die Zeit zurück, als in Güstrow die DDR-Fernsehserie "Bereitschaft Dr. Federau" gedreht wurde, die noch heute ab und zu im Fernsehen wiederholt wird.

Für die Güstrower, seine Kollegen und Ärzte gehörte das Gesicht von Norbert Buß über die Jahrzehnte ebenso zu Krankenwagen wie das Rote Kreuz darauf.

Norbert Buß macht keinen Hehl daraus, dass er mit gemischten Gefühlen in den Ruhestand geht. Einerseits sei er froh es geschafft zu haben, auf der anderen Seite wisse er jetzt schon, dass ihm die Arbeit und der Kollegenkreis fehlen werden.

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