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Kultur in Güstrow : Personaldiskussion um Galerie Wollhalle

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Güstrower Tourismusverein soll Galerie übernehmen. Stadt bietet neuen Vertrag bis 2027 an.

von
erstellt am 06.Sep.2016 | 20:30 Uhr

Seit acht Jahren arbeitet die Güstrow-Information im Foyer des Stadtmuseums, kümmert sich der Tourismusverein der Barlachstadt um die Bewirtschaftung des Museums. Was am Anfang umstritten war, ist für die Güstrower längst Gewohnheit geworden, Urlauber haben das Ungewöhnliche vermutlich gar nicht registriert. Kurzum: Das hat sich in der täglichen Arbeit als richtig erwiesen. Das betont auch Anett Zimmermann, die als Vorsitzende des Vereins und als Verantwortliche für das Stadtmarketing gleichermaßen die Regie führt. Der Verein habe deshalb beschlossen, mit der Stadt über eine Verlängerung dieser guten Zusammenarbeit zu verhandeln.

Bürgermeister Arne Schuldt (parteilos/SPD) hat dem Kulturausschuss bereits einen Vertragsentwurf vorgelegt, dessen Laufzeit bis ins Jahr 2027 reicht, plus einer Option für weitere fünf Jahre. Alle bisherigen Aspekte sollen demnach beibehalten werden. Neu ist eine Bewirtschaftung auch der benachbarten Städtischen Galerie Wollhalle durch den Tourismusverein vorgesehen. Zu diesem Zweck soll der jährliche Zuschuss der Kommune an den Verein von derzeit 100  000 Euro auf 140  000 Euro aufgestockt werden. Schließlich müsse der Verein mindestens zwei Arbeitskräfte zu jeweils sechs Stunden für die Beaufsichtigung einstellen und für die Reinigung des historischen Gebäudes sorgen. Lediglich die inhaltliche Betreuung von Ausstellungen obliege weiterhin der Stadt, in persona durch die wissenschaftliche Museumsmitarbeiterin.

Was fast wie ein formaler Vorgang anmutet, wirft im Kulturausschuss der Stadt Fragen auf. Keines der Mitglieder aus dem Fachgremium vermochte zunächst dem neuen Vertragswerk zuzustimmen. Walter Lindemann (Freie Wähler) stieß die Diskussion an, inwieweit die Stadt die „personelle Verantwortung für die Wollhalle übernehmen sollte und kann“. Er verwies darauf, dass die Stadt bereits mit der aktuellen Vertragslage zweieinhalb Personalstellen im Museum eingespart habe. Anett Zimmermann bestätigt: Die Aufsicht für die Wollhalle werde derzeit über den sogenannten zweiten Arbeitsmarkt sichergestellt. Dabei gäbe es häufig Fehlzeiten und Mängel, was die Touristinformation schon jetzt teilweise kompensiere. Eigentlich, so Zimmermann, wären sogar mindestens drei Stellen allein für die Wollhalle erforderlich, denn die (einzige) Museumsmitarbeiterin betreue, streng genommen, die Ausstellungen ebenfalls zusätzlich.

Auch wenn der vorliegende Vertragsentwurf bis in das Jahr 2027 oder sogar 2032 reiche, erscheine ihm das Ganze denn doch eher als Kurzzeitdenken, monierte Hans-Georg Kleinschmidt (SPD). Der Vorsitzende des Kulturausschusses mahnt: „Wir müssen auch mal wieder die Verantwortung übernehmen und unsere städtische Einrichtung personell untersetzen.“ Für ihn sei die vorgeschlagene Lösung „nicht ausgereift“.

Vor dem für den 20. Oktober terminierten Beschluss durch die Stadtvertretung sollen noch drei weitere Ausschüsse das Thema beraten.

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