zur Navigation springen

Landkreis Rostock : Personalabbau kategorisch abgelehnt

vom

Der Gesamtpersonalrat des Landkreises Rostock lehnt in einer Stellungnahme zum Haushaltssicherungskonzept von 2013 bis 2017 einen weiteren Personalabbau in der Kreisverwaltung kategorisch ab.

svz.de von
erstellt am 22.Aug.2013 | 06:03 Uhr

Güstrow | Der Gesamtpersonalrat des Landkreises lehnt in einer Stellungnahme zum Haushaltssicherungskonzept von 2013 bis 2017, das am 4. September vom Kreistag beschlossen werden soll, einen weiteren Personalabbau in der Kreisverwaltung kategorisch ab. Er steht jedoch für einen konstruktiven Dialog bereit. "Schon heute hat die Arbeitsbelastung in vielen Bereichen fast unerträgliche Ausmaße angenommen", sagt Andreas Lange, Vorsitzender des Gesamtpersonalrates. Mehrbelastungen würden zu Leistungsverdichtung und steigenden Krankenquoten führen, begründet er weiter die Position des Personalrates. Und er prognostiziert: "Ein weiterer Personalabbau würde nicht nur die Beschäftigten weiter massiv belasten, sondern ginge unweigerlich auch zu Lasten der Bürger, weil Leistungs- und Serviceangebote reduziert würden."

Daher erwartet der Gesamtpersonalrat vom Kreistag und von der Verwaltungsspitze den Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen, mit denen der Haushalt konsolidiert werden soll. Außerdem spricht er sich gegen eine weitere "Leistungsverdichtung durch Konsolidierungsmaßnahmen" aus. Lange: "Eine weitere einseitige Stellenreduzierung führt bei den verbleibenden, immer älter werdenden Mitarbeitern zwangsläufig zu einer weiteren Arbeitsverdichtung. Bereits in den vergangenen Jahren haben Leistungsdruck." Eine Folge sei eine Zunahme von stressbedingten und psychischen Erkrankungen, so Lange.

Weiter fordert der Personarat Maßnahmen, um "dem demografischen Wandel und den damit verbunden Risiken für die kommunale Leistungsfähigkeit" zu begegnen. Lange: "So erwarten wir eine bedarfsorientierte Ausbildung und die Übernahme nach der erfolgreich absolvierten Ausbildung. Ebenso muss eine stetige Fortbildung der Beschäftigten auf hohem Niveau betrieben werden."

Eine Gefahr sieht der Personalrat darin, dass freiwilligen Leistungen und Kernaufgaben der Verwaltung weiter reduziert werden. Denn zur Gestaltung des kommunalen Zusammenlebens sind aus Sicht des Personalrates die freiwilligen Aufgaben von besonderer Bedeutung, da "erst durch sie der Landkreis mit seinen Regionen und die in Jahrzehnten aufgebaute Lebensqualität weiterhin gesichert werden". Abgelehnt wird die "schleichende Reduzierung der Kreisverwaltung auf ihre Kernaufgaben", die spätestens nach den negativen Erfahrungen in anderen Landkreisen in keinem Fall eine Konsolidierung sichere, meint Andreas Lange. "Vielmehr sprechen wir hier von einem kurzzeitigen positiven Haushaltseffekt zu Lasten der kommunalen Handlungs- und Demokratiefähigkeit", betont er.

Eine Schieflage sieht der Personalrat bei den Einnahmen und Ausgaben. Andreas Lange formuliert: "Kreistag und Verwaltung setzen die Konsolidierungsbemühungen zu einseitig auf die Ausgabenreduzierung. Mit einer verstärkten Betrachtung der Einnahmesituation wäre eine teilweise Konsolidierung des Haushaltes möglich, ohne dass damit gravierende Einschnitte beim Leistungsangebot einhergehen müssten."

Der Personalrat warnt weiter davor, dass sich der Landkreis wie schon häufig von "unqualifizierten Gutachten und schlechten Beratern" bei "Optimierungsmöglichkeiten" begleiten lässt. Aus dieser Erfahrung heraus fordert er das Nutzen der eigenen Fachkompetenz und den Verzicht auf die Beratung durch Externe.

Um die Mängel in der kommunalen Finanzausstattung zu beseitigen, muss nach der Meinung des Gesamtpersonalrates des Landkreises alles unternommen werden, um "endlich Bund und Länder zu einem modernen und zukunftsorientierten Finanzsystem für die Kommunen zu bewegen". Ein erster Schritt ist für Andreas Lange, das Konnexitätsprinzip (als Vergleich: wer bestellt bezahlt auch) bei der Aufgabenübertragung zu realisieren. Andreas Lange: "Außerdem sollte sich der Landkreis aktiv an Bündnissen beteiligen, die eine Gemeindefinanzreform einfordern."

Personal

• Im Vergleich zu anderen Landkreisen hatten die Landkreise Güstrow und Bad Doberan in den vergangenen Jahren (Quelle: Haushaltssicherungskonzept 2013 bis 2017) eine geringe Personalausstattung. Zum Personalabbau wurden Altersteilzeit, befristete Teilzeitbeschäftigung und das Entsenden von Mitarbeitern in die Jobcenter genutzt.
• Anzahl der Planstellen Kernverwaltung: 2009: 618, 2013: 636 (Übernahme von Landesbeschäftigten des Lagus am 1. Juli)

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen