Stress zum fest : Pastoren Weihnachten voll auf Achse

Christian Höser mit der Weihnachtskrippe im Dom. Der neue Pastor der Domgemeinde ist eben erst in seine Dienstwohnung im Pfarrhaus eingezogen.  Fotos: Jens Griesbach (2)
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Christian Höser mit der Weihnachtskrippe im Dom. Der neue Pastor der Domgemeinde ist eben erst in seine Dienstwohnung im Pfarrhaus eingezogen. Fotos: Jens Griesbach (2)

Jedes Jahr zum Fest: hohe Arbeitsbelastung und Urlaubsverbot / Morgen volle Kirchen erwartet / Pastor freut sich auf alle, die zum Gottesdienst kommen

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23. Dezember 2013, 06:00 Uhr

Es ist schwer, Matthias Ortmann in diesen Tagen zu erwischen. Der Pastor der Güstrower Pfarrgemeinde ist in der Weihnachtszeit besonders viel unterwegs. Weihnachten, nach Ostern das zweitwichtigste Fest der Christenheit, bedeutet auch immer eine hohe Arbeitsbelastung für Pastoren, die in dieser Zeit selbstverständlich Urlaubsverbot haben. „Natürlich ist Weihnachten besonders viel zu tun. Wann gibt es sonst so eine hohe Dichte von Gottesdiensten?“, sagt Ortmann. Morgen, am Heiligen Abend, sind es für ihn drei, die er selbst gestalten muss. „Auch wenn es Stress ist – Weihnachten geschieht trotzdem“, sagt er und schmunzelt. Seit 30 Jahren ist Ortmann Pastor. Ein geruhsames Weihnachtsfest ohne Arbeit gab es da nie. „Da braucht es natürlich Toleranz von der Familie, sonst könnte ich den Beruf nicht machen“, sagt er. Doch Stress hin oder her: „Ich freue mich auf Weihnachten, auf die Gottesdienste, auf die vielen Leute, die kommen. Ich bin kein Pastor, der schimpft: Weihnachten rennt ihr alle in die Kirche und sonst sieht man euch nie!“


Umzug ins Pfarrhaus kurz vor dem Weihnachtsfest


Unterdessen sitzt Christian Höser auf noch gepackten Umzugskartons. Der neue Pastor der Güstrower Domgemeinde ist gerade erst in seine Dienstwohnung im Pfarrhaus eingezogen. „Einige Bücher, die ich als Anregung für meine Weihnachtspredigt gebrauchen könnte, sind noch verpackt“, sagt er. Also Stress zu Weihnachten? Das sieht Höser eher routiniert, obwohl es sein erstes Weihnachtsfest als Pastor der Domgemeinde ist und morgen drei Gottesdienste auf seinem Programm stehen. „Das ganze Jahr gibt es Herausforderungen und Spitzen. Aber wenn man alles gut plant, kann man sich darauf einstellen“, sagt er. Das Weihnachtsfest kann den Menschen immer noch viel geben, ist der Pastor überzeugt: „Weihnachten wird in der dunkelsten Jahreszeit gefeiert. Gott kommt in unsere gebrochene Lebenssituation hinein – davor drückt er sich nicht und eröffnet uns damit neue Horizonte.“

Für Manuel Lüdin (59) ist eine gute Vorbereitung das A und O für eine terminlich so angefüllte Weihnachtszeit. „Man muss sich seine Zeit gut einteilen und alles frühzeitig vorbereiten“, sagt der Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Baptisten), der nicht nur die Güstrower Gemeinde, sondern auch noch die in Rostock und Bad Doberan betreut. Notwendige Besuche habe er bereits erledigt und so könne er sich nun auf die Predigten vorbereiten. Neben dem sonntäglichen Gottesdienst stehen nun auch zwei Christvespern am Heiligen Abend auf dem Plan. Eine davon wird um 16.30 Uhr in der Güstrower Neuen Wallstraße 10 beginnen. Für Manuel Lüdin sollte jeder die Feiertage nutzen, einmal inne zu halten und sich zu fragen, warum Weihnachten gefeiert werde. Für ihn ist es eindeutig: „Wir leben von der Freundlichkeit Gottes.“



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