Lohmen : Pastor Görlich startet voll durch

Fühlt sich in Lohmen heimisch: Pastor Jonas Görlich vor der Kirche, deren Dach unbedingt erneuert werden muss, und dem Pfarrstall, für den noch eine sinnvolle Nutzung gesucht wird.
Fühlt sich in Lohmen heimisch: Pastor Jonas Görlich vor der Kirche, deren Dach unbedingt erneuert werden muss, und dem Pfarrstall, für den noch eine sinnvolle Nutzung gesucht wird.

Der 34-jährige Jonas Görlich hat nach drei Jahren Probedienst offiziell die Pfarrstelle in der Kirchengemeinde übertragen bekommen.

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12. April 2018, 12:00 Uhr

Jonas Görlich hat sich einiges vorgenommen. Sonntag hat der 34-Jährige nach einem dreijährigen Probedienst offiziell die Pfarrstelle in der Kirchengemeinde Lohmen übertragen bekommen. Einen solchen Pfarrstelleninhaber hatte die Kirchengemeinde schon lange nicht mehr. Bisher gab es hier lediglich Vakanzvertretungen oder die Geistlichen ergriffen nach ihrem Probedienst immer wieder die (Land)Flucht. Doch Görlich ist gekommen, um zu bleiben. „Wir wohnen wahnsinnig gern im Pfarrhaus in Lohmen. Hier auf dem Land gibt es viel Lebensqualität“, sagt der gebürtige Braunschweiger. Mit „wir“ meint er sich und seine Lebensgefährtin, die Pastorin in Bützow ist. Als Pastor sitzt Görlich jetzt also fest im Sattel und kann voll durchstarten.

Und es gibt viel zu tun. Zur Kirchengemeinde Lohmen gehören immerhin 30 Dörfer, sechs Kirchen in Badendiek, Bellin, Kirch Kogel, Kirch Rosin, Lohmen, Zehna und ein Gemeindehaus in Zehna – insgesamt rund 700 Gemeindemitglieder. Der Pfarrsitz ist Lohmen. Zur Gemeinde gehört ebenfalls das „Gästehaus“ in Lohmen, ein kleines, modern ausgestattetes Freizeitheim. Zudem hat Görlich vergangenes Jahr noch die Vakanzvertretung in Tarnow mit vier Kirchorten übernommen. „Das Wichtigste ist, dass die Menschen das Gefühl bekommen, dass Kirche für sie relevant ist“, formuliert der Pastor seinen eigenen Anspruch. Er will, dass sich die Kirche ins ländliche Gemeinwesen einbringt. „Mein tägliches Ringen ist es, Worte zu finden, die keine kirchlichen Floskeln sind, sondern die die Lebensrealität der Menschen berühren.“ Erstrebenswert ist für ihn eine „Symbiose von Dorf und Kirche“. Und die sei in Lohmen gegeben. „Die Gemeinde hier ist sehr selbstständig und progressiv“, sagt Görlich und unterstreicht, dass er sehr gut mit dem Kirchgemeinderat harmoniere.

Doch neben den Herzen der Menschen, die Görlich gewinnen will – egal, ob sie religiös sind oder nicht – gibt es auch ganz handfeste Herausforderungen in der Kirchengemeinde. „Die Kirche in Lohmen braucht ein neues Dach“, sagt er. Im Gewölbe gebe es bereits Wasserflecken, die Malereien seien bedroht. „Wir haben hier wirklich eine schöne Kirche. Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr Fördermittel aus dem Kirchenkreis Mecklenburg bekommen, um das Dach neu zu machen.“ Auch möchte Görlich den Zugang zur Kirche barrierefrei gestalten.

Auch die Kirchen in Bellin und Kirch Rosin brauchen neue Dächer. „In beiden Orten konnten wir jüngst neue Friedhofstore aufstellen. Zudem beginnen wir demnächst mit der Erschließung des neuen Teils des Friedhofes in Kirch Rosin“, berichtet Görlich. Mit viel Unterstützung konnte vor kurzem auch das Gelände rund um die Kirche Zehna wieder urbar gemacht werden. Hier solle das Umfeld neu gestaltet werden, so der Pastor.

Als ein „Wunder“ bezeichnet Görlich zudem, dass der alte Pfarrstall in Lohmen gerettet und saniert werden konnte. „Außen ist es toll geworden. Jetzt geht es darum, den Pfarrstall auch innen mit Leben zu füllen“, sagt er. Das Gebäude ist an die Gemeinde verpachtet. Gemeinsam werde nun über eine sinnvolle Nutzung nachgedacht, die sich finanziell trage. Laut denkt Görlich über „generationengerechtes Wohnen“ nach. Auch einen kleinen Landmarkt oder ein Café könnte sich der Pastor vorstellen. Es gibt viel zu tun…


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