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Güstrower Friedhof : Pastor fordert mehr Zivilcourage

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Sicherheit auf Güstrower Friedhof: bei Grabschändungen nicht wegschauen und Verantwortung übernehmen

svz.de von
erstellt am 22.Dez.2015 | 12:38 Uhr

Die Diskussion für mehr Sicherheit auf dem Güstrower Friedhof geht weiter. Um Grabschändungen zukünftig einzudämmen fordert jetzt Matthias Ortmann, Pastor der Güstrower Pfarrgemeinde, in deren Obhut sich der Friedhof befindet, mehr Zivilcourage und bürgerschaftliches Engagement auf dem Friedhof. „Es geht nicht ohne die Menschen, die den Friedhof benutzen. Wir müssen uns gegenseitig Sicherheit geben“, ist Ortmann überzeugt. Allerdings: „Komplett verhindern lassen sich Grabschändungen nicht.“

In diesem Jahr war es immer wieder zu Vandalismus und zu diversen Diebstählen auf dem rund 15 Hektar großen Friedhofsareal an der Rostocker Chaussee gekommen (SVZ berichtete mehrmals). Buchstaben wurden von Grabsteinen abgeschlagen, Pflanzen und anderer Schmuck verschwanden von Gräbern. Ein besonders perfider Vorfall: Das Grab des kleinen Dominic, der nur fünf Wochen alt wurde, wurde mehrmals geschändet. Figuren und Schmuck wurden vom Grab gestohlen, zuletzt auch eine Lichterkette, klagt Mutter Jessica Schade aus Güstrow an.

Die Grabschändungen waren auch Thema auf der jüngsten Stadtvertretersitzung. Doch ein CDU-Antrag, den städtischen Kommunalen Ordnungs- und Sicherheitsdienst (KOSD) auf dem Friedhof einzusetzen, scheiterte. In Abstimmung mit der Friedhofsverwaltung sollte der KOSD den Friedhof in einem dreimonatigen Pilotversuch bestreifen. Abgelehnt wurde der Vorstoß, weil es sich beim Friedhof nicht um ein städtisches, sondern ein kirchliches Areal handelt. Zudem habe der KOSD nicht genug personelle Kapazitäten, so Ordnungsamtschef Detlef Moll.

Auch für Pastor Ortmann ist die KOSD-Variante keine Lösung und zudem nicht machbar. „Wenn es um mehr Sicherheit auf dem Friedhof geht, bin ich für jede Idee, die Hand und Fuß hat, dankbar“, sagt er. „Wir brauchen umsetzbare Vorschläge.“ Eine Diskussion darüber, was möglich sei, sei in der Stadt vonnöten. „Wir können aber keinen Zaun ziehen. Es ist ein offener Friedhof und wir wollen ihn offen halten“, sagt er.

Jeder solle sich zunächst selbst überlegen, was er tun könne, um den Friedhof sicherer zu machen. Ortmann fordert die Friedhofsbenutzer dazu auf, hinzuschauen und Verantwortung zu übernehmen, wenn ihnen ein Diebstahl oder ein anderes Fehlverhalten auffalle. „Die Leute sollen auch auf die Gräber neben ihrer Grabstelle achten“, sagt er. Jeder Fall von Grabschändung sei einer zu viel. Auch wenn es sich der Anzahl nach um Einzelfälle handele, tue doch jeder Fall weh und sei nicht hinnehmbar, sagt der Pastor.

 

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