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Güstrow/Polen : Partnerschaft im Ehrenbuch vergoldet

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Andrzej Szczygiel, Bürgermeister von Gryfice, trug sich gestern anlässlich der 15-jährigen Partnerschaft mit Güstrow in das goldene Ehrenbuch ein. Dazu gab es einen besonderen Rahmen:

svz.de von
erstellt am 22.Okt.2012 | 07:32 Uhr

Güstrow | Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt begrüßte gestern seinen Amtskollegen Andrzej Szczygiel aus Gryfice (Greifenberg) besonders herzlich und verteilte gleich zweimal Brüderküsse. Der Anlass war angemessen, denn Schuldt empfing Szczygiel wie er betonte auch als Freund. Andrzej Szczygiel erwiderte den Willkommensgruß genauso herzlich. Er diente als ein Beweis für die gute Entwicklung der partnerschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Städten. Denn gestern wurde das 15-jährige Bestehen gewürdigt. Andrzej Szczygiel wurde dabei mit dem Eintrag in das goldene Ehrenbuch Güstrows ausgezeichnet. Dazu gab es einen besonderen Rahmen: die Eröffnung der Präsentation der Wojewodschaft Westpommern in Mecklenburg-Vorpommern in Güstrow. Dazu weilten Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und das Vorstandsmitglied der Wojewodschaft Westpommern, Jan Krawczuk, in Güstrow.

Präsentation der Wojewodschaft Westpommerns in MV

Arne Schuldt schlug den Bogen für die Partnerschaft bis ins vergangene Jahrhundert. Das habe gelehrt, nicht nur auf den oberen Ebenen zusammen zu kommen. Sondern es sei besonders wichtig, dass die Menschen an der Basis zusammenarbeiten und sich kennen lernen. Schuldt lobte die Entwicklung Gryfices. "Bei jedem Besuch sehe ich, wie wir uns annähern", betonte er. Aber das nicht nur bei Straßen, Wegen und Plätzen sondern auch im Denken. Besonders hob er auf SVZ-Nachfrage die intensiven Kontakte zwischen dem "Haus der Kultur" in Gryfice und vielen Güstrower Akteuren sowie die Beziehungen zwischen Schulen hervor. "Nur bei der Sprache haben wir noch etwas Probleme", meinte er lachend.

Andrzej Szczygiel blickt dankbar auf den Zeitpunkt zurück als "die Idee und der Wille zur Zusammenarbeit zwischen beiden Städten" geboren wurden. Als größten Erfolg bezeichnete er gegenüber SVZ, dass durch die Partnerschaft Demokratie gelernt wurde und "seine" Behörde viel für den Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung mitnahm. Als praktisches Beispiel für die Partnerschaft nannte er die Beziehungen zwischen den Feuerwehren. Szczygiel betonte, dass er zu einem vereinten Europa steht. Er bedauert aber, dass durch die EU für deutsch-polnische Projekte teilweise recht hohe Hürden aufgebaut werden. "Das war zu Beginn unserer Partnerschaft nicht so", sagte er. Daher wünscht er sich weniger Bürokratie, denn die stoße z.B. junge Menschen, auf die es ankomme, ab, erklärte er SVZ.

Nationalmuseum Stettin zeigt Ausstellung in Barlachstiftung

Der zweite Güstrower Teil der Präsentation der Wojewodschaft Westpommern in Mecklenburg-Vorpommern war gestern im Ausstellungsforum der Ernst-Barlach-Stiftung am Inselsee die Eröffnung der Ausstellung "Figura. 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts aus dem Bestand des Nationalmuseums Stettin". Sie entstand in einer Kooperation zwischen der Stiftung und dem Nationalmuseum. Gezeigt wird eine Auswahl aus den wertvollen Beständen des Nationalmuseums, deren Leitmotiv die Darstellung des Menschen in der Bildhauerei ist. "Das war auch ein Grundthema Barlachs", betonte Dr. Enoch Lemcke, Abteilungsleiter im Kultusministerium. Erweitert wird die Schau um Gemälde und Arbeiten auf Papier, die thematisch oder formal das "Plastische" hervorheben. Rund 50 Exponate gewähren einen Einblick in die gegenständliche Kunst jener historischen Zeit, in der Barlach sein Hauptwerk schuf. Neben deutschen Künstlern wie Georg Kolbe, Max Slevogt, Joachim Utech, Ernst Barlach, Käthe Kollwitz und Hugo Lederer sind Bildhauer und Maler zu sehen, die in der polnischen Kunstgeschichte bedeutend, jedoch in Deutschland noch nicht so bekannt sind: u. a.Rafal Malczewski, Tadeusz Pruszkowski, Stanislaw Ignacy Witkiewicz und Toma Rosandic.

Diese Kooperation biete die Gelegenheit, hochrangige Kunstwerke aus der Stettiner Sammlung zum ersten Mal in Deutschland überhaupt zu zeigen, darunter der "Große Jüngling" von Ernesto de Fiori (1884-1945), betonte der Stettiner Kurator Dr. Szymon Piotr Kubiak. Außerdem ist sie der Stettiner "Gegenbesuch", so Kubiak, zu der Güstrower Ausstellung 2011, "Ernst Barlach. Bilder vom Tode im Werk eines deutschen Expressionisten". Aus der Stiftung wirkte Dr. Volker Probst als Kurator. Zu der Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erschienen. Die Exposition ist bis 20. Januar zu sehen.

Beim Festakt zur Eröffnung der Präsentation im Güstrower Schloss würdigte Ministerpräsident Sellering die Partnerschaft zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Westpommern. Er verwies auf mehr als 500 gemeinsame Projekte wie Ausstellungen, Konzerte, Filmfestivals, Wirtschaftspräsentationen oder wissenschaftliche Veranstaltungen.

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