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Altstadt Güstrow : Parken bald überall kostenpflichtig?

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Entweder bleibt alles beim Alten oder alles ändert sich - darüber müssen sich die die Güstrower Stadtvertreter einig werden. Variante 2 hat es in sich: Parken könnte rund um die Uhr überall kostenpflichtig werden.

svz.de von
erstellt am 17.Aug.2012 | 06:27 Uhr

Güstrow | Entweder bleibt alles beim Alten oder alles ändert sich von Grund auf - das sind die beiden Varianten über die sich die Güstrower Stadtvertreter, aber vor allem auch die Einwohner der Barlachstadt beim so genannten Parkraumbewirtschaftungskonzept für die Altstadt und das Umfeld einig werden müssen. Variante 1 beschränkt sich nur auf den Bereich der unmittelbaren Altstadt und sieht eine "nicht flächendeckende entgeltliche Bewirtschaftung" vor, wie es im Verwaltungsdeutsch heißt. Also, alles wie gehabt mit nur kleinen Änderungen. Variante 2 hat es allerdings in sich: Hier schlägt die Stadtverwaltung eine flächendeckende Bewirtschaftung des gesamten Stellplatzangebotes in und um die Altstadt rund um die Uhr an jedem Tag des Jahres vor. Parken in diesem Bereich soll also überall kostenpflichtig werden, wenn auch mit wesentlichen Abstufungen. Die Diskussion über das zukünftige Parken in Güstrow ist eröffnet.

Auf ihrer Sitzung am Donnerstagabend beschlossen die Hauptausschussmitglieder, dass beide Varianten demnächst öffentlich ausgelegt und in der Stadt breit erörtert werden sollen. Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt macht keinen Hehl daraus, dass er der Variante 2 den klaren Vorzug gibt. Sein Ziel: mit dem so eingenommen Geld sollen alte Parkflächen ausgebaut und neue geschaffen werden, denn die werden laut Prognose zum künftigen Parkraumbedarf schon in naher Zukunft benötigt. "Die Mehreinnahmen aus der Variante 2 sollen dem Güstrower Parksystem zugutekommen", unterstreicht Schuldt.

Variante 2 beinhaltet auch ein so genanntes dynamisches Parkleitsystem, also elektronische Anzeigentafeln, für die Barlachstadt, um den Verkehr in Zukunft gezielt zu freien Stellplätzen zu lenken. "Das macht das Parken in Güs trow einfacher", sagt Schuldt. Vorrangiges Ziel dieser Variante ist es, das Parken im öffentlichen Straßenraum langfristig nur für den kurzen Stopp anzubieten und die übrigen Parkplatzsuchenden auf einen angemessenen Parkplatz zu führen, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. "Für den Einzelnen würde das bedeuten, dass kostenlose Stellplätze nicht mehr vorgehalten werden." Doch Schuldt verweist auf "deutliche Abstufungen". So würde beispielsweise ein Parkplatz im hinteren Teil des Schlossparkplatzes für 24 Stunden lediglich einen Euro kosten, ein Stellplatz in der Domstraße mitten in der Altstadt hingegen ein Euro für eine halbe Stunde.

Diese Betriebsform nennt sich "Greifswalder Modell". Vor Ort hat sich die Stadtverwaltung darüber bereits kundig gemacht. Danach soll die Parkraumbewirtschaftung an eine kommunale Gesellschaft mit privatrechtlich organisierter Gesellschaftsform übertragen werden. Letztendlich heißt es zu der auch von der Verwaltung favorisierten Variante 2: "Eine Ausdehnung der entgeltlichen Bewirtschaftung auf das gesamte Stellplatzangebot würde das benötigte Stellplatzangebot für die Altstadt durch gezielte Investitionen langfristig sichern."

Nach der nächsten Stadtvertretersitzung am 30. August sollen die Pläne so schnell wie möglich ausgelegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Anregungen der Bürger sind ausdrücklich erwünscht. Noch wird darüber philosophiert, wie das Konzept am besten vermittelt werden kann. "Ich werde die Pläne demnächst auf dem Unternehmerstammtisch vorstellen", sagt Bürgermeister Arne Schuldt. "Jeder kann sich einbringen." Es soll zudem ins Rat- oder Bürgerhaus eingeladen werden, um das Konzept vorzustellen und zu diskutieren. "Mein Ziel ist es, dass Beteiligungsverfahren und die Auswertung noch dieses Jahr abzuschließen, um Anfang 2013 eine endgültige Entscheidung herbeiführen zu können", so Schuldt.

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