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Kripo ermittelt : Pädophiler in Güstrower Südstadt unterwegs?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

In der Güstrower Südstadt sind Eltern in Sorge, dass ein Pädophiler es auf Kinder abgesehen hat. Ein Mann soll Kindern Süßigkeiten angeboten haben und wollte ihnen Tiere zeigen. Die Kripo ermittelt, Bisher gibt es aber keine Anzeichen für eine Straftat.

svz.de von
erstellt am 30.Jan.2014 | 01:00 Uhr

Ein womöglich Pädophiler soll in der Südstadt Güstrow seit zwei Wochen zwischen 10.30 und 15 Uhr gezielt Mädchen und Jungen ansprechen, die auf dem Weg von der Inselseeschule nach Hause sind. Er soll Geld und Süßigkeiten anbieten. Der Mann soll erzählen, dass er ein Haus hinter dem Sportplatz in der Werner-Seelenbinder-Straße – dort gibt es aber kein Haus –, mit vielen Tieren habe. Diese könnten sich die Kinder anschauen, soll er die Minderjährigen locken.

Eine Mutter, die sich gestern an unsere Redaktion wandte (der Name ist bekannt), teilte ihren Verdacht, den nach ihren Auskünften inzwischen auch andere Mütter und Väter haben, der Polizei mit. Sie bestätigte, dass jetzt die Polizei häufiger in der Südstadt Streife fährt. Aber ansonsten sei ihr bisher zu wenig passiert.


Eine Mutter wandte sich gestern an die SVZ


Die Mutter beschreibt den Mann Mitte 40. Er soll dunkle Sachen tragen und ein dunkler Hauttyp sein. Der Mann soll sich meist auf dem so genannten Boulevard von der Schule in Richtung Awo-Familienzentrum aufhalten, besonders in der Nähe der Affengruppe. Kinder sollen erzählt haben, dass der Mann auch ein Messer dabei habe.

Für sie erhärtete sich der Verdacht, dass da ein Mann Schlimmes mit Kindern vorhaben könnte, als sie am Freitag bemerkte, dass ihre Tochter mit einem Schokoriegel nach Hause kam. Die Achtjährige wollte erst nicht mit der Sprache herausrücken, sprach davon, dass ihr eine Klassenkameradin die 40 Cent gegeben habe. Das glaubte ihr die Mutter nicht. Als sie und die Oma nicht locker ließen, erzählte die Erstklässlerin am Sonntag, dass ihr das Geld ein „Onkel“ zugesteckt habe.

Seitdem ist die Mutter noch mehr aufgeschreckt. „Ich bringe jetzt meine Tochter jeden Morgen zur Schule und hole sie ab. Ich habe Angst um sie“, schilderte sie gestern unserer Zeitung ihre Gemütslage. Nach ihrer Einschätzung seien jetzt mehr Eltern und Großeltern als sonst an der Schule.

Das Problem in solchen „Fällen“ ist allerdings auch, dass sehr viel erzählt wird und die Runde macht. So war gestern auch von dieser Mutter zu hören, dass aus der Schule ein Mädchen fehlen soll. Die Inselseeschule gab auf die Nachfrage unserer Zeitung keine Antwort, sondern verwies auf die Ermittlungen der Polizei.

Gert Frahm, Sprecher der Polizeiinspektion Güstrow, erklärte auf SVZ-Nachfrage, dass am 23. Januar der Fall bekannt wurde, dass ein Mann in der Nähe der Hasenwaldschule seit einigen Tagen auf dem Spielplatz gesessen und die Kinder beobachtet haben soll. Am 24. Januar, so Frahm, habe es dann erste Informationen, gegeben, dass ein Mann in der Nähe der Inselseeschule Kindern Süßigkeiten angeboten hat und ein Tier zeigen wollte.
Frahm: „Seit dem ist die Polizei dort verstärkt vor Ort. Eine verdächtige Person wurde aber nicht angetroffen.“


Hinweise über Notruf 110 an die Polizei


Mittlerweile würden sich viele Gerüchte um das Geschehen ranken. Frahm: „Die Kriminalpolizei hat deshalb im Umfeld und an der Schule ermittelt, um Gerüchte von Tatsachen trennen zu können.“ Das sei nach wie vor nicht einfach, weil sich herausgestellt habe, dass tatsächlich vielfach Gerüchte von Dritten oder aus sozialen Netzwerken verbreitet wurden.

Das zeige auch das dargestellte Beispiel des verschwundenen Kindes. Frahm: „Es wurde tatsächlich Montag ein Schüler gesucht. Wie sich allerdings herausstellte, wurde dieser von Angehörigen von der Schule abgeholt, ohne das Schulpersonal zu informieren. Der Junge wurde aber anschließend nach der polizeilichen Suche wohlbehalten bei den Angehörigen angetroffen.“

Frahm erklärt, dass gestern den Verantwortlichen der Inselseeschule nochmals der Sachstand dargestellt und Hinweise zum weiteren Vorgehen gegeben wurden. „Der Stand ist: Derzeit liegen keine Straftaten vor. Aber die Sorgen der Eltern sind natürlich verständlich, deshalb wird die Polizei auch weiter aktiv sein“, betont der Polizeisprecher.

Für die Polizei wäre es hilfreich, so Gert Frahm weiter, wenn diejenigen, die eine verdächtige Person beobachten oder von dieser sogar mit zwielichtigen Versprechen gelockt werden, noch direkt vom Ort des Geschehens den Notruf 110 verständigen. Gert Frahm: „Wenn eine solche Person tatsächlich noch einmal auftaucht, haben wir so die größten Chancen sie anzutreffen.“

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