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Güstrower Anzeiger

20. Oktober 2017 | 01:56 Uhr

Schloss Güstrow : Osterspaziergang am Schloss

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Sanierte Gartenanlage gestern in Güstrow übergeben / Projekt kostete über drei Millionen Euro / Warten auf Schlosssanierung

Wie wäre es mit einem Osterspaziergang durch den Schlossgarten? Pünktlich zum Fest kam gestern Finanzministerin Heike Polzin, um den Lustgarten nach der Sanierung ganz offiziell freizugeben. Die Ministerin aus Schwerin schloss das Tor zur Gleviner Straße auf, um die ersten Neugierigen – gestern vor allem Urlauber – einzulassen. Rund drei Millionen Euro investierte das Land in den Lustgarten und einen landschaftlich gestalteten östlichen Teil des Schlossgartens.

In drei Jahren wurde der Garten nach dem Vorbild aus den 1970er-Jahren wieder hergestellt. In neun Felder ist die Anlage gegliedert. Herzstück ist das nun mit Stiefmütterchen und Hornveilchen, Tausendschön und Vergissmeinnicht bepflanzte Herz. Für ein bisschen mehr Struktur, so berichtete Wilhelm-Friedlich Garve gestern, sorgen die Zierapfelbäume, die – schon in den 1970er-Jahren geplant – nun endlich an ihren Platz kamen. Lavendel, Buchs und Liguster waren schon im vorigen und vorvorigen Jahr gepflanzt worden. Mit rund 9000 Pflanzen wurden jetzt die Flächen für den Wechselflor bestückt. Im Frühsommer wird hier gewechselt, berichtet der Projektleiter. Zuvor, daran sei erinnert, war im gesamten Lustgarten der Boden ausgehoben worden. Um das Problem der Staunässe zu lösen wurde ein umfangreiches Leitungssystem verlegt, das das Wasser in den Schlossgraben befördert. Der Neuaufbau der Fläche sei nach den Prinzipien eines modernen Dachgartens erfolgt, erklärt Garve und erinnerte sich gestern, was für ein Problem es gewesen war Tausende Buchsbaumpflanzen der Sorte „Herrenhausen“, die dem gefürchteten Buchsbaumpilz nicht gar so schnell erliegt, zu besorgen. In Zweierreihen umranden sie viele der mit Lavendel gefüllten Beete.

Während der Lustgarten durch seine an Vorbilder aus der Renaissancezeit orientierte Ornamentik besticht, soll der Landschaftsgarten mit Aufenthaltsqualität punkten. Die Erhaltung des riesigen Ginkgo, der uralten Eibe und der Kastanie im Uferbereich hob der Projektleiter gestern besonders hervor. „Hier am Ufer kann man sich aufhalten. Ich denke, dass es ein Treff für die Güstrower werden kann“, sagt Garve und vergisst auch nicht darauf zu verweisen, dass im Zuge der Arbeiten bereits jede Menge Leitungen für das Schloss neu verlegt wurden. Weiter wird es im Gartenbereich – es bleiben der Brunnengarten und die Nordgrabengasse, auch der Pausengarten ist noch nicht ganz fertig – erst gehen können, wenn das Schloss saniert ist. Das Vorhaben steht mit Baukosten von 14,5 Millionen Euro im Landes-Haushalt 2014/15, kann aber erst realisiert werden, wenn EU-Fördermittel fließen. „Wir hoffen, dass die Pläne von der EU genehmigt werden und wir bald mit der Sanierung beginnen können“, betonte gestern Finanzministerin Polzin.

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