Kluess feiert : Ortsteil feiert seine Geschichte

Niko Stieger hatte als Sandhasen-Maskottchen den schweißtreibendsten Job. Dennoch verstärkte er tapfer die Trommlergruppe Bakonga.
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Niko Stieger hatte als Sandhasen-Maskottchen den schweißtreibendsten Job. Dennoch verstärkte er tapfer die Trommlergruppe Bakonga.

Sommerfest und 700 Jahre Ersterwähnung von Pustekow, dem späteren Klueß.

svz.de von
27. Juni 2016, 05:00 Uhr

Ausgiebig feierten Einwohner und Gäste des Güstrower Ortsteils Klueß am Wochenende das 20. Sommerfest und gleichzeitig die Ersterwähnung des Dorfes vor 700 Jahren. Damals hieß der Ort vor den Toren der Barlachstadt noch Pustekow. Die im Verein Klueßer Sandhasen organisierten Chronisten haben die Geschichte des Ortes erforscht und eine Kopie des Landesteilungsvertrages von 1316, in dem Pustekow erstmals erwähnt wurde, aus dem Landesarchiv besorgt.

Lange vor dem Fest hatten Vereinsmitglieder und weitere Einwohner mit den Vorbereitungen begonnen. So fertigten die Frauen eine 1316 Meter lange Wimpelkette zur Verschönerung des Dorfes an. Von Karin Rüffer stammte die Idee, an historischen und markanten Punkten Strohpuppen aufzustellen. Beispielsweise an der alten Schule oder an der ehemaligen Gaststätte, in der auch Barlach oft eingekehrt sein soll. „Oft halten Kraftfahrer an und fotografieren die Figuren. In diesen Tagen wird die Geschwindigkeitsbegrenzung im Ort meist korrekt eingehalten“, versichert Vereinschef Bernd Krumpolt.

Auch bei der Finanzierung des Festes ging der Verein neue Wege. „Wir sind im Ort unterwegs gewesen und haben bei Einwohnern und Unternehmen gesammelt“, sagt Krumpolt. Zusammen mit einer Überweisung der Stadtwerke und der Ehrenamtsstiftung MV kam so ein vierstelliger Betrag zusammen. Weitere Sponsoren für die Tombola wurden gefunden, die Sandhasen-Frauen backten 25 Kuchen und der Jäger Christian Hasse spendierte zum wiederholten Male ein Wildschwein für den Spieß.

Trotz aller perfekten Organisation musste auch improvisiert werden. So am Freitagabend, als Starkregen den Auftritt von Dietmar Schmidt unterbrach und das Wasser zehn Zentimeter hoch auf dem Festgelände stand. Da drohte die geplante Feuershow buchstäblich ins Wasser zu fallen. „Aber wir können uns auf unseren Sandboden verlassen. Binnen kurzer Zeit war das Wasser versickert“, resümiert Krumpolt.

Übrigens war Klueß/Pustekow in seiner langen Geschichte nie richtig selbstständig. Unterstand die kleine Siedlung anfangs dem Herzog, kam sie im 19. Jahrhundert zu Kirch Rosin und wurde 1950 Güstrow angeschlossen. „Wir machen es aber nicht wie die Briten, ein Kluexit aus der Barlachstadt kommt für uns nicht in Frage“, scherzt Krumpolt.



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