Güstrow: Start für Neubau eines Gemeindesaales : Ort für Christen und Nichtchristen

Bernd Lippert füllte die Schatulle, die gestern noch nicht vergraben wurde. Links:  Wiebke Langer und Susanne Höser, rechts: Architektin  Christina Johannsen. REgina Mai
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Bernd Lippert füllte die Schatulle, die gestern noch nicht vergraben wurde. Links: Wiebke Langer und Susanne Höser, rechts: Architektin Christina Johannsen. REgina Mai

Der Domplatz 6 wird zum Gemeindezentrum der Domgemeinde Güstrow ausgebaut. Gestern wurde die Grundsteinlegung für den Anbau gefeiert.

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24. September 2012, 11:12 Uhr

Güstrow | Es soll ein Ort sein, an dem Menschen sich begegnen - Christen und Nichtchristen -, ein Ort, wo sie über Gott und über Gott und die Welt reden, sich austauschen. Gestern feierte die Domgemeinde die Grundsteinlegung für das neue Gemeindezentrum am Domplatz 6 (ehemalige Superintendentur).

Dicht an dicht standen die Menschen am Rande des mit Kies aufgefüllten Baufeldes. Die Kastanie an der das Grundstück einfassenden Mauer hat die Miniermotte fast verschont. Ein Obstbaum trägt Äpfel mit roten Backen. Am Haus leuchten die roten Hagebutten wie Grüße einer Wildrose an den Herbst. Mitten hinein setzt die Domgemeinde einen Anbau an das Gebäude am Domplatz 6. In dem Saal soll künftig die ganze kirchenmusikalische Arbeit stattfinden. Außerdem soll er u.a. Platz bieten für die Kinder- und Jugendarbeit sowie für Glaubenskurse. Rund 800 000 Euro kostet die Domgemeinde das Vorhaben, für das es keinerlei Förderung gibt. "Wir freuen uns über jede Spende", sagt Pastorin Susanne Höser, die den Ausschuss für das neue Gemeindezentrum leitet. Renovierungs- und Umbauarbeiten im Erdgeschoss des bestehenden Gebäudes würden nur einen geringeren Teil der Summe ausmachen.

Ursprünglich sollte der Bau bereits im Frühjahr beginnen. Doch das Genehmigungsverfahren habe mehr Zeit in Anspruch genommen, erklärt Höser. Es habe Nachforderungen und kleinere Veränderungen gegeben. Beauftragt, so informiert die Pastorin, sei ein Landschaftsarchitekt, einen Gestaltungsplan für den verbleibenden Garten zu entwerfen. Es sei erinnert, dass der Verlust großer Teile des idyllischen Gartens zum Jahresanfang zu heftigem Protest geführt hatte (SVZ berichtete). "Es soll ein naturnaher Garten werden. Nach den Vorschlägen des Planers werden wir ihn selbst bepflanzen und künftig pflegen", berichtet Höser. Dafür suche man zu gegebener Zeit Gemeindeglieder, die Freude an der Gartenarbeit haben.

Etwas anders gestaltete sich gestern die Grundsteinlegung. Bernd Lippert vom Kirchgemeinderat füllte die Schatulle, die für gewöhnlich in der Grundplatte versenkt wird. Dies passierte gestern noch nicht, sondern soll in den nächsten Tagen geschehen. Baupläne, Zeitungen und eine Urkunde verstaute Lippert in der Schatulle. Kurzerhand bügelte er dabei einen kleinen Fehler in der Urkunde aus. Hier war als Datum versehentlich der 23. 8. 2012, anstelle des 23. 9. niedergeschrieben. Ein Stift war schnell zu Hand. Wenn irgendwann einmal irgendjemand die Schatulle ausgräbt und die Urkunde liest, "mag er ruhig sehen, dass wir nicht perfekt waren", meinte Lippert dazu.

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