Flurneuordnung : Ordnung rund ums Schloss in Aussicht

Flurneuordnungsverfahren Vietgest geht in entscheidende Phase / Gemeinde und Eigentümer des Gutshauses gehen auf einander zu

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17. Juli 2014, 06:00 Uhr

Wie ein bunter Flickenteppich sieht es im Grundbuch rund um das Vietgester Schloss aus. Standen jahrelang ungeklärte Eigentumsverhältnisse bzw. Desinteresse einer gründlichen Sanierung des einstigen Prachtbaus im Weg, so behindern jetzt zersplitterte Flächen die Entwicklung des Areals. Abhilfe soll ein Flurneuordnungsverfahren bringen, in dessen Mittelpunkt das Gutshaus steht. Nach der Einleitung und der Klärung erster Formalien steht jetzt der wohl wichtigste Aspekt des Verfahrens an: die konkrete Neuaufteilung der Flächen durch die Eigentümer.

Einen „Entwurf zum Entwurf“ stellte dazu Romuald Bittl vom federführenden Staatlichen Amt für Umwelt und Natur Rostock (Staun) den Lalendorfer Gemeindevertretern vor. Die sind der wichtigste Partner bei dem Vorhaben für den Schlossbesitzer. Ein Beispiel: Dass der benachbarte Sportplatz, heute teils auf privatem, teils auf gemeindlichem Grund liegend, in die Hand der Gemeinde kommen soll, leuchtet dem Schlossherrn ein. Hier habe er Zustimmung bereits signalisiert. Die Gemeinde wiederum muss sich Gedanken machen, welchen Flecken Erde sie dem Schloss im Gegenzug neu angliedern würde. Wichtig bei dem einsetzenden Hin- und Hertauschen: Alle künftigen Eigentümer müssen zu ihrem Grundstück kommen können. Gedanke des Stauns ist es, die zentrale Zufahrt zum Gutshaus von der B104 dem Gutshaus zuzuordnen. Deshalb müssten die angrenzenden Grundstücke durch Ausbau vorhandener oder auch neuer Straßenerschließung erreichbar gemacht werden. Besondere Gedanken müsse sich die Gemeinde um die Schnitterkaserne, Marstall und Speicher machen, meint Bittl. Schlossinhaber Anders Tind Kristensen habe ihm bereits angedeutet, dass er einen möglichen Abriss vorfinanzieren würde.

Prämisse sei es, sämtliche in Frage stehende Grundstücke über Flächentausch neu zuzuordnen, betont Bittl. Geld soll dabei möglichst gar nicht fließen. „Die Gemeinde und Investoren sind sicher gut beraten, sich weiter zusammenzusetzen und die für beide Seiten günstigsten Varianten zu besprechen“, meint Bittl. Der Fachmann, der schon viele Bodenordnungsverfahren in der Region aus behördlicher Sicht begleitet hat, weiß: „Ein vertrauensvoller Umgang miteinander führt zu einer Win-win-Situation.“ Bürgermeister Reinhard Knaack ist da zuversichtlich, habe ihm doch der Schlosseigentümer weiteres Entgegenkommen schon angedeutet.


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