Baustrasse Güstrow : Option: Archiv im Schlauchturm

Auf den ersten Blick sehr stabil gibt es beim Schlauchturm in der Güstrower Baustraße doch Probleme mit der Dichtheit des Daches und Hölzern, die im Innern verbaut sind.
Auf den ersten Blick sehr stabil gibt es beim Schlauchturm in der Güstrower Baustraße doch Probleme mit der Dichtheit des Daches und Hölzern, die im Innern verbaut sind.

Güstrower Stadtverwaltung bereitet Sanierung des Turmes vor. Stadtvertretung entscheidet über mögliche Nutzung.

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12. Mai 2017, 21:00 Uhr

Trutzig steht er da. Nichts kann ihn umhauen, möchte man meinen. Doch der Schlauchturm an der Baustraße – errichtet einst als Wasserturm – ist in die Jahre gekommen und bedarf einer Sanierung. Insbesondere das Dach macht Sorgen. Es ist nicht mehr dicht, erklärt Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt. Stadtverwaltung und Sanierungsträger haben erste Vorarbeiten geleistet. Denkbar wäre ein Einzug des Stadtarchivs in den Turm.

Schon bei der Planung für das Stadtmuseum am Franz-Parr-Platz war klar, dass der Platz nicht ausreicht. Für das 20. Jahrhundert war kein Platz. Das war nachträglich im Raum für Sonderausstellungen äußerst komprimiert untergebracht worden. Ein Auszug des Archivs im Untergeschoss des Haus würde neue Möglichkeiten eröffnen. Für den Umzug des Archivs in den Schlauchturm wäre dort allerdings noch ein Anbau notwendig, informiert Bürgermeister Schuldt.

Eine zweite Variante wäre eine Sanierung des Turmes ohne weitere neue Nutzung. Untergebracht ist in den Gebäude seit einigen Jahren ein Blockheizkraftwerk der Stadtwerke, über das die umliegenden Gebäude mit Strom und Wärme versorgt werden. Außerdem befindet sich darin ein Zwischenarchiv der Stadtverwaltung. „Hier werden Unterlagen gelagert, die über einen bestimmten Zeitraum aufgehoben werden müssen“, erklärt Schuldt. Werden künftig solche Unterlagen elektronisch aufbewahrt, erübrige sich dieser Teil der Nutzung. Auch über einen Aussichtsturm habe man nachgedacht. Diese Idee aber verworfen. Übrig blieben zwei Varianten: Sanierung des Turms ohne weitere Nutzung bzw. mit Nutzung als Stadtarchiv. Für beide Varianten liegen inzwischen Planungen und Kostenberechnungen vor. Diese werden der Stadtvertretung demnächst vorgestellt.


Turm prägt das Stadtbild


Ausgangspunkt der Überlegungen war neben den baulichen Mängeln die Tatsache, dass irgendwann die Unterstützung der Stadt mit Städtebaufördermitteln ein Ende finden wird. „Bis dahin sollten wir den das Stadtbild mit prägenden Wasser-/Schlauchturm saniert haben“, betont Schuldt. Nach entsprechender Anfrage hätte das Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus eine Förderung in Aussicht gestellt. Für die Beantragung von Fördermitteln sind Planungsunterlagen und Kostenberechnung notwendig. Schuldt verweist auf laufende Abstimmungen mit den Nachbarn, den Trägern öffentlicher Belange und der Bauaufsicht des Landkreises. Danach sei es an der Stadtvertretung, eine der beiden Varianten zu favorisieren.

Der Wasserturm in der Baustraße war 1882 als zweiter der Stadt gebaut und mit dem Neubau eines weiteren Wasserturmes 1928 an der Goldberger Straße für die Wasserversorgung überflüssig geworden. Er war zuletzt in den 1990er-Jahren als Feuerwehr-Schlauchturm genutzt worden.

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