Opfer bestätigt Aussage des jüngsten Angeklagten

„Machetenprozess“: Neue Verhandlungstermine festgelegt

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25. März 2015, 06:00 Uhr

Wegen Nichterscheinens mehrerer Zeugen aus Güstrow musste die Jugendstrafkammer des Landgerichtes Rostock neue Hauptverhandlungstermine in der Strafsache gegen Martin R. (19)*, Alexander L. (27) und Jan Ole N. (24)* festlegen. Die Staatsanwaltschaft Rostock beschuldigt die Angeklagten, am 19. Mai 2014 mit einer Machete und einer Pistole bewaffnet in eine Güstrower Wohnung eingedrungen, die beiden Bewohner, Tom Sch. und Marcel L., bedroht, misshandelt und bestohlen zu haben. Der Anklagevorwurf lautet schwerer Raub und räuberische Erpressung.

In der vergangenen Woche machte Tom Sch. als Geschädigter seine Aussage. Er bestätigte im Wesentlichen die Darlegungen des jüngsten Angeklagten, Martin R. Demnach erschien das Trio zusammen in der Nacht gegen 23 Uhr in der Wohnung des Marcel L. in der Hageböker Straße. Alexander L. ging voran, bewaffnet mit einer Machete. Jan Ole N. schlug mehrmals mit einer Silberkette, die er wie einen Schlagring um das Handgelenk gewickelt hatte, auf Tom Sch. ein, bis der zu Boden ging. Alexander L. hätte ihm die Machete an die Kehle gesetzt und die Herausgabe von 250 Euro gefordert. Danach sei Marcel L. mit der Machete bedroht worden. „Dir werden die Finger abgehackt“, soll es geheißen haben. Als die Opfer kein Geld herausrückten, hätten die Angeklagten die Wohnung durchsucht, sagt die Staatsanwaltschaft und elektronische Geräte mitgenommen. Tom Sch. bestätigte auch, dass er dem Angeklagten Martin R. Geld schuldete.

Bisher legte nur der 19-Jährige ein Geständnis ab. Er habe die Pistole bei sich getragen und mitgeholfen, eine X-Box abzutransportieren, sagte er. Alexander L. gab zu Protokoll, dass er überhaupt keine Machete dabei hatte. Er hätte die Pistole in der Hand gehabt und das auch nur zum Eigenschutz. Geschlagen habe er nicht und auch nichts mitgenommen. Verletzungen der beiden Mieter wären ihm nicht aufgefallen. Jan Ole N. gab an, dass er sich an gar nichts erinnern könne.

Die Vertreterin der Güstrower Jugendgerichtshilfe attestierte Martin R. gestern eine günstige Sozialprognose. Seit dem September befinde er sich in einer Lehre zum Mechatroniker. Sie bat das Gericht um eine Jugendstrafe und die Chance auf eine Bewährung. Auch die Zahlung einer Geldbuße für eine gemeinnützige Einrichtung regte sie an.

Der Prozess wird am 15. und 20. April fortgesetzt. Dann soll auch Marcel L. als Zeuge gehört werden. Er befindet sich zur Zeit in einer Güstrower Tagespflege und war solange nicht verhandlungsfähig.

* Namenskürzel von der Redaktion geändert

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