Diakonie : Online-Sucht auf dem Vormarsch

Die Feierstunde im Bürgerhaus nutzten gestern Klienten und Mitarbeiter für einen Blick in die Chronik, für Gespräche und zur Ausstellung künstlerischer Klientenarbeiten.
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Die Feierstunde im Bürgerhaus nutzten gestern Klienten und Mitarbeiter für einen Blick in die Chronik, für Gespräche und zur Ausstellung künstlerischer Klientenarbeiten.

20 Jahre Sucht- und Drogenberatung der Diakonie Güstrow

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18. September 2014, 06:00 Uhr

Nur noch 70 Prozent ihrer Klienten haben ein Alkoholproblem, sagt Katrin Moritz. Das sah vor 20 Jahren, als die Sucht- und Drogenberatungsstelle der Diakonie in Güstrow ihre Arbeit begann, noch anders aus. Doch wenn damals der Alkohol mit 98 Prozent an der Spitze der betreuten Fälle lag, heißt das nicht, dass das Problem heute geringer wäre. Im Gegenteil: Suchten im Jahr 1994 noch 59 Männer und Frauen Beratung bei der Diakonie, so sind es vergangenes Jahr 528 gewesen, die von den inzwischen fünf Beratern in Güstrow am Platz der Freundschaft oder in der Außenstelle in Bützow in der Karl-Marx-Straße betreut werden. Gestern feierte die Leiterin der Einrichtung mit ihren Mitarbeitern, mit Partnern bei der Betreuung und mit zahlreichen aktuellen und ehemaligen Klienten im Bürgerhaus den runden Gründungstag.

Wenn der prozentuale Anteil des legalen Alkohols gegenüber anderen Suchtformen abnimmt, so liegt das auch daran, dass sich das Spektrum von Sucht erweitert hat. So spielt eine „Online-Sucht“ heute eine immer größere Rolle, ein Problem, das es vor 20 Jahren noch gar nicht gab. „Eine Diagnose gibt es dafür noch nicht“, sagt Katrin Moritz, die seit 2003 in der Suchtberatung tätig ist. Die Formen sind unterschiedlich, angefangen von reiner Spielsucht bis hin, dass sich vor allem junge Menschen oft nicht vom Computer lösen können.

Einen neuen Aspekt ihrer Tätigkeit kündigte Moritz gestern schon mal an. War eine Therapie bei ihren Mitarbeitern bisher nicht möglich, so hofft sie, dass noch dieses Jahr ihre bisher nur auf Beratung, Schulung, Prävention, Mut machen angelegte Arbeit mit einer Ärztin und einer Psychotherapeutin zur ambulanten Therapie ausgebaut werden kann. Katrin Moritz: „Das wäre z.B. für den Erhalt des Arbeitsplatzes unserer Klienten sehr wichtig.“

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