zur Navigation springen

Güstrow: Diskussion nach Ausschreibung : Ohne Streit zum nächsten Inselseefest

vom

Stadtfest Güstrow und Inselseefest: Beide Veranstaltungen sind ausgeschrieben. In der Stadtvertretung läuft die Diskussion. Den Zuschlag erteilt der Hauptausschuss. Dazu: ein Rückblick auf die Vergabe-Querelen 2012.

svz.de von
erstellt am 20.Feb.2013 | 06:00 Uhr

Güstrow | Ohne Streit zum Inselseefest. Das wünschen sich Stadtverantwortliche in diesem Jahr. "Wir brauchen eine ruhige, kontinuierliche und erfolgreiche Vorbereitungszeit, damit das Fest ein Erfolg wird", sagt Anett Zimmermann, Abteilungsleiterin Marketing, Kultur und Tourismus in der Stadtverwaltung. Dafür habe die Stadt zumindest von der Ausschreibungsfrist her alle Voraussetzungen geschaffen. Zimmermann: "Wir sind wesentlich eher, nämlich zwei Monate. Das gibt allen Bewerbern eine längere Vorbereitung und Sicherheit." Außerdem habe man die Ausschreibung nicht nur auf ein Jahr begrenzt, auch drei- und fünfjährige Verträge seien möglich, so die Abteilungsleiterin.

Die Ausschreibungsfrist für das Stadtfest und das Inselseefest in Güstrow lief am 1. Februar aus. Es liegen fünf Bewerbungen von drei unterschiedlichen Bewerbern vor, wobei sich zwei sowohl für das Stadt- als auch für das Inselseefest beworben haben. "Die Zuschläge werden im Hauptausschuss am 14. März erteilt", informiert Bürgermeister Arne Schuldt. Vorher beraten dazu die Ausschüsse und geben ihre Empfehlungen.

Fünf Angebote - drei unterschiedliche Bewerber

Im Ausschuss für Jugend, Schule, Kultur und Sport stellte Zimmermann die Bewerbungen vor. "Sie haben unterschiedliche Qualitäten", sagte die Marketing-Expertin der Verwaltung und Vorsitzende des Tourismusvereins Güstrow.

Für das Stadtfest hat sich erneut die Güstrower Veranstaltungsagentur Pro Show Event beworben, die das Fest 2012 erstmals organisierte. Zimmermann: "Das war ein stimmiges Konzept und es gab eine positive Resonanz." Die aktuelle Bewerbung sei kurz und knapp und lehne sich an die letzte Veranstaltung an. Ausführlicher hingegen seien die Bewerbungsunterlagen der Malchiner Veranstaltungsagentur Fifty/Fifty. Sie will das Stadtfest wieder bis zum Borwinbrunnen ausdehnen. Die Referenzen dieser Agentur seien sehr gut, meint Zimmermann: "Es handelt sich um einen seriösen Bewerber."

Karen Larisch dagegen kritisierte im Ausschuss das Stadtfest-Konzept von Fifty/Fifty: "Mein Anspruch ist es, dass auch Programmpunkte von Güs trowern eingebaut werden. Die sind hier nicht dabei." Anett Zimmermann ergänzte: "Die Agentur hat tolle Ideen. Wir müssen sehen, wie und ob sie zu Güstrow passen." Ausschussmitglied Axel Wulff plädierte dafür, dass das Stadtfest von Güstrowern ausgerichtet werden sollte.

Auch für das Inselseefest hat sich Fifty/Fifty Malchin beworben, ebenfalls wieder sehr ausführlich, so Zimmermann. "Man merkt jedoch, dass ihnen die Örtlichkeit nicht bekannt ist", stellte sie fest. Bestimmte Dinge seien nicht umsetzbar. Auch Pro Show Event will das Inselseefest ausrichten. "Die Bewerbung ist wieder sehr allgemein gehalten. Aber alle traditionellen Dinge wie Bootskorso, Höhenfeuerwerk und das Einbinden lokaler Vereine wurden aufgegriffen", erläuterte sie. Schließlich hat auch erstmals der Gewerbeverein Güstrow eine umfassende Bewerbung für das Inselseefest abgegeben. Auch hier wird an die bekannten Veranstaltungen des Festes angeknüpft. Geplant sind u.a. eine Bummelmeile mit Händlern und zahlreiche Aktivitäten auf dem Wasser.

Der Ausschuss will sich jetzt noch eingehender mit den Bewerbungen auseinandersetzen, konnte sich aber noch nicht zu einer Empfehlung durchringen. Am 4. März ist eine Sondersitzung des Ausschusses geplant. Hier sollen sich alle Bewerber persönlich mit ihren Konzepten vorstellen können.

Die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Konzepten ist in diesem Jahr von besonderer Bedeutung. Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr hatte es um das Inselseefest Querelen gegeben. Sie führten dazu, dass der bereits feststehende Bewerber für des größte Traditionsfest der Güstrow, die Arbeitsgemeinschaft Inselseefest mit Axel Wulff und Hannelore Garloff, per Beschluss der Stadtvertretung den Zuschlag wieder los wurde und die Kongress- und Veranstaltungsservice GmbH Rostock (KVS) das Fest ausrichten durfte. Das blieb auch so. Auf einer Sondersitzung der Stadtvertretung scheiterte der Antrag der CDU-Fraktion - Unternehmer Wulff ist auch CDU-Stadtvertreter -, die AG wieder mit der Organisation des Festes zu beauftragen. Ebenso wurde ein Widerspruch der Arbeitsgemeinschaft durch den Bürgermeister abgelehnt. Die AG ging vor allem mit dem Argument vor, dass die Stadtvertreter mit dem Konzept der KVS getäuscht worden seien. Es sei, obwohl ausführlich formuliert, nicht umsetzbar gewesen.

AG Inselseefest greift dieses Jahr nicht an

Nach dem Inselseefest versprach Axel Wulff 2013 wieder "anzugreifen". Aber: Die AG ist diesmal doch nicht dabei. Allerdings der Gewerbeverein, dessen Vorsitzender Wulff ist. Seine Erklärung: "Es stimmt, die AG bewirbt sich nicht. Ich wollte keinen Alleingang. Aber wir schauen nach vorn, nicht zurück. Der Gewerbeverein kann sich viel besser präsentieren, mit gebündelten Kräften und Erfahrungen, die er beim Weihnachtsmarkt und bei der Einkaufsnacht gesammelt hat." Wulff hofft, dass der Verein den Zuschlag erhält, "damit wieder etwas Vernünftiges auf die Beine gestellt wird". Aber auch die KVS beteiligte sich nicht an der Ausschreibung (siehe untenstehenden Beitrag).

Für Anett Zimmermann ist das alles Schnee von gestern. "Ich hoffe, dass es in diesem Jahr ohne diese Probleme läuft, denn es geht ausschließlich um schöne Feste für die Güstrower und die Gäste der Stadt", betont sie und wartet auf die Entscheidung des Hauptausschusses.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen