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Güstrower Anzeiger

22. September 2017 | 08:26 Uhr

Krakow am See : Ohne Stichwahl im Amt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Wolfgang Geistert wieder Krakower Bürgermeister / Überraschende Entscheidung im ersten Urnengang

svz.de von
erstellt am 26.Mai.2014 | 22:00 Uhr

Überraschender Wahlausgang in Krakow am See: Wolfgang Geistert, parteilos für die SPD, wurde im ersten Wahlgang und damit ohne die erwartete Stichwahl in 14 Tagen Bürgermeister von Krakow am See. Geistert, der seit 1994 im Amt ist, holte sich mit 52,53 Prozent den Posten. Er ließ mit klaren Abstand den CDU-Kandidaten Wolfgang Fentzahn mit 19,02 Prozent hinter sich. Jörg Oppitz, Heimatverein Charlottenthal, erreichte als drittbester Kandidat von Fünfen 12,68 Prozent. Einzelbewerber Karl-Heinz Kleinpeter vereinte 9,09 Prozent von 1782 Wählern (58,08 Prozent Wahlbeteiligung) auf sich. Abgeschlagen mit 6,68 Prozent landete der Linke-Kandidat Wolfgang Sikora auf dem letzten Platz.

Dass es Wolfgang Geistert bei fünf Kandidaten bereits beim ersten Urnengang in das Bürgermeisteramt schaffte ist zumindest ungewöhnlich. Besonders in der Krakower Situation, in der im Wahlkampf seit Monaten Geistert im Brennpunkt der Kritik stand. Überwuchert wurde er von der Wokra-Affäre, in der Geistert-Gegner dem Bürgermeister und ihm als Planer Vorteilsnahme im Amt vorwarfen und vorwerfen. Nach einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Rostock laufen gegen Geistert auch Ermittlungen (wir berichteten). In dieser Situation hatte sich ein unschöner Wahlkampf mit Diffamierungen, vor allem vom CDU-Kandidaten, entwickelt, der teilweise unter die Gürtellinie ging.

Vermutlich spielte aber genau das Geistert in die Karten, denn der Krakower Wähler entschied nicht nach Wahlplakaten und offenen Briefen sondern als mündiger Bürger, wie er die Arbeit des bisherigen Bürgermeisters bewertet.

Wolfgang Geistert gibt jedoch auch zu, dass es hätte anders kommen können. Aber er hatte es sich gewünscht und gehofft, dass er weiter als Bürgermeister arbeiten kann. Das Ergebnis ohne Stichwahl bezeichnet er allerdings als „außergewöhnlich“. Für Geistert hat sich die CDU mit ihrem Wahlkampf selbst „versenkt“. „Da muss ja dann wohl meine Arbeit in der vergangenen Wahlperiode nicht so schlecht gewesen sein und der Wahlkampf war nur ein Teil, der zu der Entscheidung beigetragen hat“, sagte Geistert gestern.

Für ihn ist damit der Weg frei für einen Neuanfang und der Rückkehr zur Sacharbeit. Geistert zieht aus dem Wahlkampf aber auch Lehren. „Es muss von meiner Seite mehr Information und Teilhabe der Fraktionen geben“, sagt er. „Wir müssen ja nicht einer Meinung sein, aber es muss unbedingt mehr miteinander geredet werden“, schiebt er nach.

Jörg Oppitz hat sich mehr erhofft, auch für den Heimatverein Charlottenthal. Aber die ganze Wahl sei insofern gut gelaufen, weil der Bürger es so entschieden habe, betont er. Für Oppitz steht fest, dass es in der neuen Stadtvertretung endlich mit der Sachpolitik weiter gehen muss. „Wir als Stadtvertreter müssen aufhören, uns mit und uns zu beschäftigen.“

Wolfgang Fentzahn und Karl-Heinz Kleinpeter erreichten wir gestern nicht zu einer Stellungnahme, auch nicht die CDU-Fraktion. Wolfgang Sikora ist im Urlaub. Für die Linke-Fraktion erklärte Christoph Küsters, dass er mit einer Stichwahl gerechnet habe und insofern vom Ergebnis überrascht sei. Allerdings gelte es, dass Wählervotum zu akzeptieren. Küsters: „Die Linke-Fraktion will wie bisher in der Sache mit allen auf der Basis wechselnder Mehrheiten zusammenarbeiten.“ Als Beispiele nennt er die unbefriedigende Situation auf dem Jörnberg und den Bimes-Pachtvertrag.

 

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