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Biopark Güstrow : Ökolandbau auf Grüner Woche

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Der Verein Biopark aus Güstrow präsentiert sich bei internationaler Ausstellung Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau in Berlin

svz.de von
erstellt am 19.Jan.2017 | 05:00 Uhr

In Güstrow-Rövertannen sitzt man beim Verein Biopark schon auf gepackten Koffern. Ab diesem Wochenende geht es nach Berlin zur Grünen Woche. Seinem Namen entsprechend wird der in Güstrow beheimatete Biopark dort mit einem Stand in der Biohalle vertreten sein. „Interessierte können sich über den Ökolandbau informieren und speziell das Projekt ,Landwirtschaft für die Artenvielfalt’ kennenlernen“, lädt Biopark-Geschäftsführerin Delia Micklich ein.

An dem seit 2012 bestehenden Projekt zur Biodiversität können alle Landwirte teilnehmen, die bereits ökologisch produzieren. Aus einem Katalog stellen sie sich passend zu ihrem Betrieb Leistungen zusammen und sammeln über den Schutz von Flächen, Arten oder Landschaftsteilen Punkte. Ab 120 Punkten pro Hektar erhalten sie einen festen Abnehmer ihrer Produkte.

„Seit vier Monaten bauen wir zudem ein Netzwerk auf“, gibt Delia Micklich einen Ausblick auf 2017. „Erkenntnisse aus der Forschung sollen Eingang in die Betriebe finden und dort genutzt werden können.“ Das Projekt erfolgt in Kooperation mit der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei (Zalf) in Gülzow. Vier Themenfelder sollen die Informationen abdecken: Gemüseanbau, Tierproduktion, Ackerbau und Vermarktung. „Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt und wird bei positiver Resonanz vermutlich verlängert werden“, so die Geschäftsführerin. Die ersten Veranstaltungen werden voraussichtlich im Sommer dieses Jahres stattfinden.

Konventionelle Landwirtschaft setze vielfach auf Monokultur, so Micklich. Durch fehlende Begleitkräuter verwehe der Wind den Oberboden, wodurch er seine Humusschicht verliere. Dünger könnten solche Böden nicht lange speichern, deshalb bräuchten sie viel davon. Land und Wasser würden mit Nährstoffen belastet. Dazu komme der Einsatz von Pestiziden. Der Ökolandbau hingegen baue langfristig Humus auf. „In Vorpommern sind die Böden schlecht. 30 Prozent der Landwirte haben dort bereits auf Ökolandbau umgestellt. Die benötigte Düngermenge rechnet sich für sie nicht, die Förderung einschließlich der langfristigen Bodenverbesserung schon“, kommentiert Delia Micklich.

Mit 16 Mitgliedsbetrieben startete Biopark 1991 in Güstrow. 18 Jahre später war die Anzahl auf 700 Mitglieder in 15 Bundesländern gestiegen. 140 000 Hektar machten das bundesweit, 80 000 davon in Mecklenburg-Vorpommern. Zurzeit ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen. „Es sind keine Mitglieder ausgetreten, aber Landwirte sind in Rente gegangen oder haben ihre Höfe ohne eigenen Nachwuchs an Nicht-Biobauern verkauft“, erklärt die Geschäftsführerin. Rund 108 000 Hektar werden zurzeit in zwölf Bundesländern von rund 570 Mitgliedern bewirtschaftet. Auf Landesebene sind das rund 70 000 Hektar bei 250 Mitgliedern.

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