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Güstrower Anzeiger

18. August 2017 | 10:58 Uhr

Güstrow : Obhut für Kinder in Not

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Sieben Monate gibt es den Kinder-Jugendnotdienst (KJND) des Internationalen Bundes (IB) im Güstrower Werkweg. Seitdem wurden dort 62 Kinder und Jugendliche aufgenommen. 34 Mädchen und 28 Jungen, die in Not waren, fanden eine Obhut.

Reichlich sieben Monate gibt es den Kinder-Jugendnotdienst (KJND) des IB im Güstrower Werkweg. Ursprünglich war die Eröffnung bereits Ende 2012 vorgesehen, aber die Verhandlungen mit dem Landkreis hatten sich hingezogen. So konnte die erste Bewohnerin am 1. Juni 2013 in die Einrichtung einziehen.

„Seitdem haben wir 62 Kinder und Jugendliche aufgenommen, 34 Mädchen und 28 Jungen“, zitiert Abteilungsleiterin Grit Papenhagen die Statistik. Dabei waren 25 Bewohner im Alter bis zu 13 und 37 Bewohner zwischen 14 und 17 Jahren. Aufgenommen werden Kinder und Jugendliche zwischen 0 und 17 Jahren. Die Verweilzeiten sind unterschiedlich. Während eine Jugendliche bereits über drei Monate in der Einrichtung lebt, fielen bei einem Jungen Aufnahme und Entlassung auf einen Tag. „In der Regel wird die Inobhutnahme beendet, wenn alle Probleme geklärt sind und zwischen allen Beteiligten akzeptable Perspektiven entwickelt wurden“, sagt Grit Papenhagen.


Jugendamt immer beteiligt


Immer beteiligt ist das Jugendamt des Landkreises. „In den meisten Fällen ist das Amt vorher einbezogen und vermittelt Notfälle in unsere Einrichtung. Es gibt aber auch Fälle, in denen Jugendliche, die Stress zu Hause haben oder mit den Eltern nicht mehr klar kommen, um Aufnahme bitten. Auch die Polizei bringt Kinder und Jugendliche vorbei, die untergetaucht waren und aufgegriffen wurden. In allen Fällen wird Kontakt zum Jugendamt hergestellt“, so die Abteilungsleiterin.

Im Werkweg erhalten die jungen Leute Schutz, einen sicheren Rückzugsraum, fürsorgliche Zuwendung und Unterstützung bei der Aufarbeitung des Erlebten.

Aufgenommen werden können im IB-KJND bis zu sechs Personen. Für Notfälle oder für die Aufnahme von Geschwistern steht ein siebenter Platz bereit. Eingerichtet sind vier Zimmer. Daneben gibt es eine großzügig gehaltene Küche, zwei Bäder und ein großes Wohnzimmer. „Wir sind bestrebt, den normalen Tagesablauf der Kinder und Jugendlichen so weit wie möglich beizubehalten. Dazu gehört, dass Kindertagesstätten, Schulen oder Lehrbetriebe auch weiterhin besucht werden“, berichtet Kerstin Dvorak, eine von vier in der Einrichtung tätigen Erziehern. Daneben gibt es gemeinsame Essenszeiten sowie Regeln für Ausgang und Nachtruhe. „Wir hatten bisher noch keinen Schließtag und sind 365 Tage im Jahr erreichbar“, versichert Dvorak.

Verstärken möchte sich das Team in diesem Jahr mit einem Sozialpädagogen. „Wir brauchen ihn für die Elternarbeit und für die Einzelbetreuung unserer Kinder und Jugendlichen“, sagt Grit Papenhagen. Bauliche Veränderungen sind im Außenbereich vorgesehen. So sollen Spielmöglichkeiten für Kinder und Treffpunkte für Jugendliche geschaffen werden.


IB-Babybörsen geben Unterstützung


Als nächstes aber steht die IB-Börse für Baby- und Kindersachen am 16. März im Bürgerhaus im Kalender. „Da bekommen wir hin und wieder Kleidungsstücke oder Spielsachen für unsere Bewohner“, weiß Grit Papenhagen. Die Einnahmen aus den zwei jährlichen IB-Börsen kommen einem Sommerlager für Kinder und Jugendliche zugute. In diesem Jahr geht es nach Mirow. Dabei sein werden auch Bewohner aus dem Kinder- und Jugendnotdienst.



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erstellt am 14.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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