Güstrower Spaßbad : „Oase“-Sanierung – wer führt sie?

Schwerpunkt Kinder und Jugendliche, daran scheiden sich bei der Neuausrichtung der „Oase“ immer noch die Geister.
Schwerpunkt Kinder und Jugendliche, daran scheiden sich bei der Neuausrichtung der „Oase“ immer noch die Geister.

Stadtvertreter uneins: Vertrag mit Geschäftsführer schnell verlängern oder neu ausschreiben – keine Entscheidung

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12. November 2015, 06:00 Uhr

Attraktivierung und Sanierung – diese zwei Schlagworte im Zusammenhang genannt mit der „Oase“ schwirren seit vier Jahren durch Stadtvertretersitzungen, Ausschüsse, Konzepte, Zeitungsbeiträge… Die Erneuerung des Güstrower Freizeitbades – über das Erfordernis sind sich scheinbar alle einig – kommt aber nicht voran. Jetzt holt die Debatte auch die wichtigste Personalie der „Oase“ ein.

Ob Frank Schlatz die Geschäftsführung behält, hängt in der Schwebe. Ein Antrag auf Verhandlung einer vorzeitigen Vertragsverlängerung, eingebracht auf der dafür zuständigen Gesellschafterversammlung der „Oase“, bekam nicht die dafür erforderliche Einstimmigkeit. Satzungsgemäß landete das Thema damit in der Stadtvertretung. Hier wurden auf nicht öffentlicher Sitzung am 17. September erhebliche Bedenken für eine Vertragsverlängerung geäußert. Die Diskussion kulminierte schließlich im Antrag, die Stelle des Oase-Geschäftsführers neu auszuschreiben.

Frank Schlatz ist seit September 2011 Betriebsleiter der „Oase“. Noch im gleichen Jahr hatte er ein Basiskonzept zur Weiterentwicklung des Freizeitbades entworfen. Abkehr vom Spaßcharakter, Betonung auf Erholung lautet die Prämisse, teilweise scharf kritisiert, da Kinder und Jugendliche zu wenig berücksichtigt wären. Mit 1. Juni 2013 wurde Schlatz zum Geschäftsführer befördert. Dieser Dreijahresvertrag endet am 31. Mai 2016, danach wäre er wieder nur (unbefristet) Betriebsleiter.


Zwischen hohem Lob und gnadenlosem Zerriss


Axel Wulff (CDU): „Der Geschäftsführer hat seine Hausaufgaben nicht gemacht. Seit einem Jahr ist das Bad zwei Tage in der Woche geschlossen, weil es ihm nicht gelingt, einen Schwimmmeister einzustellen. Die Sanierung kommt nicht voran, obwohl spätestens seit Februar die Linie klar ist. Das Personal muss dafür motiviert werden… Ich habe nicht das Gefühl, dass er es auf die Rille bringt.“ Fraktionskollege Gerd-Peter Bartsch, der Anfang des Jahres gemeinsam mit Uwe Heinze (SPD) die Initiative ergriff, um endlich das Sanierungskonzept voranzubringen (SVZ berichtete), ist enttäuscht: „Was wir im Februar eingebracht haben, liegt auf Eis. Es wurde permanent hintertrieben. Es gibt Gutachten, es laufen die Kosten aus dem Ruder, aber es passiert nichts!“ Erinnerung: Nach einem „Mindestmaß“ von 600  000 Euro, wovon Anfang 2013 die Rede war, wird inzwischen für Sanierung und Attraktivierung von Gesamtkosten in zweistelliger Millionenhöhe gesprochen.

Große Stücke hält indes Jens-Hagen Schwadt (Die Linke), Aufsichtsratsvorsitzender der „Oase-Mutter“ Stadtwerke GmbH und somit „geborenes“ Mitglied der Gesellschafterversammlung, auf seinen „Oase“-Geschäftsführer: „Das ist ein Top-Mann! Unter seiner Führung behauptet sich das Bad am Markt. Die Oase präsentiert sich mit gutem Eindruck und sie wird gut bewertet. Herr Schlatz macht seine Arbeit sehr gut, für mich ist er der Richtige.“ Schwadt bringt zudem ein gewichtiges Argument in die Personaldebatte: In der wichtigen Phase des Umbruchs wäre ein Wechsel der Geschäftsführung nicht gerade glücklich. Zumal niemand garantieren könne, dass ein anderer es besser machte. Ergo: „Wenn wir in die Sanierung gehen, sollte klar sein, wer das Schiff führt.“ Deshalb spricht Schwadt auch nicht von einer beabsichtigten „vorzeitigen“, sondern von einer „rechtzeitigen“ Vertragsverlängerung.

Ein gut Teil weiterer Stadtvertreter sieht das offenbar ähnlich. Die Abstimmung am 17. September über eine Neuausschreibung endete im Patt, wurde also abgelehnt. Der damit wieder auflebenden ursprünglichen Beschlussvorlage erging es jedoch genauso: Elf Stadtvertreter waren für Vertragsverlängerung, elf dagegen – das bedeutet Ablehnung.

Frank Schlatz wollte sich auf SVZ-Anfrage zur Personaldiskussion nicht äußern.

Jens-Hagen Schwadt findet den aktuellen Zustand zwar „ungefährlich“. Er würde aber doch schon Klarheit darüber haben wollen, wer in der Sanierung das Bad führt. Schwadt ist „guter Hoffnung, dass wir in der nächsten Stadtvertretersitzung zum Ergebnis“ kommen. Schwadt meint beides – das neue Konzept zu verabschieden und die Vertragsverlängerung mit dem Geschäftsführer. Gerd-Peter Bartsch: „Es muss nachgebessert werden. Auf der nächsten Sitzung des Hauptausschusses ist Herr Schlatz gefordert. Und dann wird entschieden.“

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