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Zukunftskonzept der Güstrower Badeoase : "Oase" für Vereine teure Angelegenheit

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An der Höhe des Preises und an den Verhandlungen zwischen der Güstrower "Oase" und Vereinen scheiden sich die Geister. Eine gemietete Bahn kostet 32 Euro pro Stunde und das ist den Vereinen viel zu teuer.

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erstellt am 27.Feb.2012 | 09:17 Uhr

Güstrow | An der Höhe des Preises und an den Verhandlungen zwischen der Güstrower "Oase" und Vereinen scheiden sich die Geister. Ein Beispiel: Der Tri Fun Güstrow absolviert seit Jahren sein Schwimmtraining in der "Oase". Für eine Bahn zahlt der Verein 32 Euro pro Stunde. "Das ist viel", sagt der Vorsitzende, Ralf Buchner. Der Verein benötigt inzwischen mindestens zwei Bahnen - macht schon 64 Euro pro Stunde. "Da haben wir ein Problem. Das ist zu teuer", sagt Buchner. Dass man eine geraume Zeit außerhalb der gemieteten Bahn auch seine Bahnen ziehen könne - das Bad sei zu diesen Zeiten meistens so gut wie leer - werde nicht mehr geduldet.

Der Verein argumentiert mit Vergleichen. Beispiel Rostock: Dort zahlen Vereine, die in Rostock beheimatet sind, in der Neptun-Schwimmhalle 3,30 Euro pro Stunde, auswärtige Vereine 19,20 Euro. Die Folge könnte sein, dass Tri Fun künftig in Rostock trainiert. Doch der Verein möchte der "Oase" treu bleiben. Fragt aber auch: Was ist für ein Bad besser, moderatere Preise und trainierende Vereine oder höhere Preise mit der schlechtesten Variante, dass die Vereine der "Oase" "Tschüss!" sagen? Möglich wäre ein kleineres Trainingsprogramm. Bedeutet aber: Für die "Oase" weniger Geld und für die Sportler eine schlechtere Vorbereitung auf Wettkämpfe.

Ungleichbehandlung gegenüber anderen Vereinen

Der Triathlonverein ist auf ein Schwimmbad angewiesen. Andere Vereine müssten für die Nutzung städtischer Sportstätten im Verhältnis nie so viel zahlen wie der Tri Fun für eine Schwimmstunde in der "Oase", die quasi ja auch städtisch sei. Buchner fragt, ob das nicht eine Ungleichbehandlung sei.

Die "Oase" hat bei der Frage der Vereine und der Preisgestaltung eine klare Position. Juliane Fuchs, verantwortlich für Marketing: "Bei uns findet eine ganze Menge Schulschwimmen statt. In der Schulzeit sind 17 Schulen in der ,Oase’. Regelmäßig besuchen uns auch 16 Kitas und acht Vereine. Über die Jahre hat sich das Vereins-, Kita- und Schulschwimmen immer mehr verstärkt, so dass wir nun an der Kapazitätsgrenze mit unserer Wasserfläche sind." Da die "Oase" aber natürlich sportliche Aktivitäten fördern und auf keinen Fall reduzieren möchten, sei eine Erweiterung der Wasserfläche nötig, was schon angesprochen worden sei, so Fuchs. Denn das Sportbecken könne nicht nur und ausschließlich durch Vereine etc. genutzt werden, sondern müsse auch für den öffentlichen Badebetrieb bereit stehen, "wenn einfach mal jemand seine Bahnen ziehen möchte", erklärt die Marketing-Chefin weiter.

Zu konkreten Preisen gibt Juliane Fuchs keine Auskunft: Es handele sich um einzelvertragliche Vereinbarungen, die "laut deutschem Vertragsrecht" nicht offen gelegt werden dürften. Allerdings äußert sie sich generell zur Preisgestaltung. Wenn einige Dinge so einfach gelaufen seien - sozusagen auf der Basis des so genannten guten Willens -, mag das so gewesen sein, sagt sie. Aber das sei nicht im Sinne der kommunalen Gesellschaft FIG, die die "Oase" betreibt. Denn die müsse wirtschaftlich handeln. "Wir haben einfach nichts mehr zu verschenken", erklärt sie. Ohnehin sei beim Vereins-, Kita- und Schulschwimmen alles "sehr knapp kalkuliert". "Teilweise decken die Zahlungen nicht die Kosten", erklärt sie. Fuchs gibt allerdings zu, dass sich gewisse Selbstverständlichkeiten entwickelt hätten, die dem widersprechen. Darüber müsse jetzt gesprochen werden. Klar sei: "Leistungen, die die ,Oase’ erbringt, müssen bezahlt werden."

Dazu passt, was auch Tri Fun erlebt hat. Der Verein veranstaltet am 3. März wieder sein "Swim & Run". Schwimmen in der "Oase" und Laufen auf dem Gelände des Bades, das war die Idee, die bisher gut funktionierte. In diesem Jahr wird zwar wieder in der "Oase" geschwommen. Aber gelaufen wird am Niklotstadion. Was ist passiert? Ralf Buchner sagt, dass es eine lockere Absprache mit der "Oase" gegeben habe, Motto: "Bisher war das ja immer so, also auch dieses Jahr." Daher stand es so auch auf den ersten Plakaten. Das gefiel der "Oase" aber nicht; es fehlte die Absprache. Aber das Entscheidende, so Fuchs: Das Laufen blockiere das Bad zu lange, Umkleidekabinen z.B. Dass "Oase" bzw. Stadtwerke dem Tri-Fun-Verein trotzdem wohlwollend gegenüberstünden, zeige, dass der Verein von den Stadtwerken eine Unterstützung erhält, so Juliane Fuchs.

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