"Oase": Eklat im Saunabereich

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31. Januar 2013, 07:29 Uhr

Güstrow | Eklat im Güstrower Bad "Oase": Eine Mitarbeiterin soll am Sonntagabend Gäste im Saunabereich mit dem Handy fotografiert haben, obwohl laut Hausordnung, Paragraf 11, die Benutzung von Handys im Wellnessbereich untersagt ist.

Wie kam es dazu? Ingo Krampe, Stammgast seit Eröffnung der "Oase" 2000, schildert die Situation: "Wir saßen mit fünf Mann an einem Tisch. Ein weiterer kam hinzu und stellte einen Stuhl an den Tisch. Daraufhin kam eine Mitarbeiterin und wies uns darauf hin, dass das nicht gestattet ist. Sie forderte uns auf, den Stuhl weg zu stellen. Das taten wir nicht." Daraufhin sei die Kollegin zurück an den Tresen gegangen, so Krampe. Was dann geschah, bestätigen andere Gäste, denn Ingo Krampe saß mit dem Rücken zum Bistro. Karsten Wilfert: "Unser Tisch wurde von der Mitarbeiterin mit einem roten Handy fotografiert." Karsten Wilfert ging zu ihr und wies sie darauf hin, dass er im Saunabereich nicht fotografiert werden möchte. Der Gast sagte auf SVZ-Nachfrage, dass die Mitarbeiterin geantwortet habe, dass das Handy ausgeschaltet sei. Wilfert: "Für mich ist das zumindest sehr mysteriös." Das mit dem Stuhl ist für ihn "lächerlich". "Der Kunde sollte der Oase doch wichtig sein und da kann es nicht um solche Dinge gehen", so Wilfert. Zumal, das sagt Ingo Krampe, der Saunabereich an dem Abend relativ leer gewesen sei und an zwei Tischen gar keine Besucher saßen.

Dass fotografiert worden sei, bestätigt auch Alwin Höchemer. Er verurteilt die Vorgehensweise der Mitarbeiterin und fragt: "Was wird hier gespielt?"

Für "Oase"-Stammgast Ingo Krampe, der sich in der öffentlichen Diskussion um die Entwicklung der "Oase" zum Sprecher gemacht hatte, ist damit das Maß voll, wie mit Kunden bzw. Stammkunden in der "Oase" umgegangen wird. Er zog die Reißleine und rief Montag Betriebsleiter Frank Schlatz an. Er teilte ihm mit, dass er sein Restgeld von der Rabattkarte wiederhaben wolle, weil er die "Oase" nicht mehr betreten will. Daraufhin soll nach Ingo Krampes Aussage Frank Schlatz geäußert haben, dass entschieden worden sei, dass er die "Oase" sowieso nicht mehr besuchen dürfe. In einem späteren Telefonat wurde ein "Hausverbot" nicht bestätigt.

Geschäftsführer Edgar Föniger räumte gestern auf SVZ-Nachfrage das Geschehen ein. "Ich bedauere den Vorfall und entschuldige mich", sagte er. So etwas dürfe nicht mehr passieren, die Mitarbeiterin habe überreagiert. Stühle und Tische rücken sei zwar nicht gewünscht, sei aber eine "Ermessensfrage", so Föniger. Die Mitarbeiterin habe etwas dokumentieren wollen, worauf sie die Gäste hingewiesen habe, die dem aber nicht gefolgt seien. Er versichert, dass das Handy nicht eingeschaltet war und kein Foto gemacht wurde. "Wir werden das alles im Team auswerten. Solche Reaktionen müssen ausgeblendet werden, auch wenn es vielleicht mal eine Provokation gibt", so der Geschäftsführer weiter. Sonntag sei das aber nicht der Fall gewesen. Föniger räumt ein, dass die Eskalation dieser Situation dem Image der "Oase" schadet.

Edgar Föniger stellt sich aber hinter die Mitarbeiter, schützt die "Oase"-Mannschaft. Die Mitarbeiter seien motiviert und es gebe den klaren Auftrag, neben der weiteren Entwicklung des Bades "in kleinen Schritten" alle Gäste gleich gut zu behandeln.

Der Geschäftsführer bestätigt aber eine schwierige Situation in der "Oase", die auch die öffentliche Diskussion der vergangenen Wochen gezeigt habe (SVZ berichtete). Die Diskussion werde emotional geführt und es gebe Konflikte. Edgar Föniger: "Das ist aber nicht notwendig, wenn sich alle an die Spielregeln halten und normal miteinander sprechen."

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