Nach der Havarie in Güstrow : "Oase" braucht Geld nötiger denn je

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Gäste und Mitarbeiter sind froh: Die "Oase" ist wieder geöffnet.Jens Griesbach

Nach bangem Warten, ob das Bad nach der Chlorgashavarie überhaupt wieder geöffnet wird, tummeln sich die Bade- und Saunagäste seit Sonnabend wieder nach der dreiwöchigen Zwangsschließzeit in der "Oase".

svz.de von
18. Juni 2012, 07:05 Uhr

Güstrow | 500 Gäste am Wochenende und gestern war auch einiges los in der "Oase" Güstrow. Nach bangem Warten für Mitarbeiter und Gäste, ob das Bad nach der Chlorgashavarie überhaupt wieder geöffnet wird, tummeln sich die Bade- und Saunagäste seit Sonnabend wieder nach der dreiwöchigen Zwangsschließzeit in der "Oase". Dafür gibt es gute Gründe, aber auch Forderungen für die Zukunft, um ein "Alleinstellungsmerkmal Güstrows" zu erhalten. Das verdeutliche Stadtwerke-Geschäftsführer Edgar Föniger gestern gegenüber unserer Zeitung. Die Wiedereröffnung sei möglich gewesen, weil sich nach dem Vorfall Fönigers Motto "Starke Mutter - schöne Tochter" bewährt hat. Föniger im Klartext für diesen Spruch: "Die Stadtwerke lassen die Oase nicht im Regen stehen."

Chlorgasunfall kostete zusätzlich 110 000 Euro

Allerdings hat das einiges gekostet. Nach Fönigers Worten zusätzlich 110 000 Euro: 60 000 Euro weniger Einnahmen und 50 000 Euro an Aufwendungen, u.a. für einen extern bezahlten unabhängigen Gutachter. Auch sei das Unternehmen seiner sozialen Verantwortung gerecht geworden und die Mitarbeiter seien weiter voll bezahlt worden. Föniger: "Das fehlt natürlich in der Kasse." Zusätzlich zu der einen Million Euro, mit der die Stadtwerke jährlich das Minus der "Oase" ausgleichen.

Daher sei der Hintergrund für die Zukunft der "Oase" ernster, ohne die aktuelle Situation, dass sie weiter betrieben wird, in Frage zu stellen. Föniger verweist nachdrücklich auf die Verantwortung der Politiker. Er wolle nicht in alten Geschichten rühren, aber die "Oase" sei politisch gewollt gewesen.

Föniger kommt daher nicht umhin, die Stadtpolitik zu erinnern, dass es seit Dezember ein Basiskonzept gibt, das diskutiert wird. In dem Papier wird erklärt, dass für den weiteren Betrieb der "Oase" 1,5 Millionen Euro für ihre Sanierung sowie weitere 1,5 Millionen Euro für die Erweiterung und neue Attraktionen nötig sind, u.a. für die Rutsche. Denn die alleinige Ursache für die Havarie war ihr Betriebskreislauf. "Die Rutsche steht deshalb zukünftig dem Badebetrieb nicht mehr zur Verfügung", so Föniger. Aber, da man "Volkes Stimme" höre, wisse man, dass für junge Leute ein Äquivalent geschaffen werden müsse.

Föniger verweist auch darauf, dass eine Schließung keinen Sinn mache, auch wenn es sie geben sollte. Denn: Bis Ende 2019 ist für das 14-Millionen-Euro-Vorhaben Kapitaldienst zu leisten.

Er betont, dass hinter dieser Position der Aufsichtsrat steht. Das bestätigt der Vorsitzende Jens-Hagen Schwadt. "Wir unterstützen die Forderungen", so Schwadt. Dazu werden Fördermöglichkeiten durch die Stadtwerke geprüft bzw. die Stadtvertretung sei gefragt, wenn es um Kredite gehe. Schwadt sieht als nächstes den Beschluss zum Umsetzen der Forderungen. Der Zeitraum dann sei zwischen drei und fünf Jahre angesiedelt.

Für die Mitarbeiter sei das auch sehr wichtig, so Föniger. Aber jetzt würden sie sich auf Gäste freuen. Freitag wird die Schools-Out-Party für alle Schulkinder gefeiert. Die dürfen sich auch auf ein buntes Ferienprogramm freuen. Präventionskurse und Schwimmunterricht werden ebenfalls so schnell wie möglich aufgenommen und Ersatztermine angeboten.

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