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Güstrower Anzeiger

20. November 2017 | 20:10 Uhr

Güstrow : Nur regional noch Luft nach oben

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Interview: Der Landkreis arbeitet an einer Kita-Bedarfsplanung - Dezernentin Anja Karl zieht im SVZ-Gespräch eine erste Bilanz.

von
erstellt am 30.Jun.2017 | 05:00 Uhr

In Lohmen, Güstrow und Hohen Sprenz wurde in den vergangenen Jahren angebaut, in Laage entstand eine komplett neue Kindertagesstätte. Derzeit ist mit Ausnahme von Mühl Rosin eher der nördliche Teil des Landkreises Rostock dabei „aufzurüsten“. Immer wieder ist von wachsendem Bedarf zu hören, von Wartelisten und drohendem Erziehermangel. Der Landkreis arbeitet an einer Kita-Bedarfsplanung. Der Kreistag wird sie zum Ende des Jahres beschließen können. Anja Kerl, Dezernentin für Finanzen und Soziales zieht eine Zwischenbilanz. SVZ-Redakteurin Regina Mai sprach mit ihr.

Frau Kerl, wozu eine solche Bedarfsplanung? Bisher gab es sie nicht.

Kerl: Für uns ist es ein wichtiges Arbeitsmittel. Wenn Investitionsförderungen beantragt werden, können wir die Vorhaben mit dem Bedarf abgleichen. Wir wollen nicht Neubauten oder Anbauten finanzieren, die in einigen Jahren dann wieder leer stehen. Bisher musste in jedem Einzelfall der Bedarf abgeklärt werden. Als Träger der öffentlichen Jugendhilfe sind wir auch gesetzlich dazu verpflichtet.

Sie wollen also mit der Bedarfsplanung die Entwicklung lenken?

Wenn es um eine Förderung geht, funktioniert das. . Natürlich kann auch jeder Träger ohne Förderung bauen. Das wäre allein seine Entscheidung. Gleichzeitig schaffen wir mit der Planung Transparenz und bieten die Möglichkeit über den Tellerrand hinaus zu schauen.

In welchem Umfang und wo gibt es derzeit Erweiterungsbedarf?

Aus Mitteln des Bundes zur Kinderbetreuungsfinanzierung wurden und werden im nördlichen Teil des Landkreises sechs Vorhaben mit rund 1,4 Millionen Euro unterstützt. Damit ist dieser Topf ausgeschöpft. Wir können aber auch über Iler-Mittel von der EU unterstützen. Drei Anträge dazu liegen vor. In Mühl Rosin sollen zu den 48 Plätzen 24 weitere hinzu kommen. Erweiterungen sind auch in Kavelstorf und Rövershagen geplant.

Wie ist überhaupt die Ausgangssituation im Landkreis, wie viele Kitas gibt es?

Es gibt insgesamt 157 Kindereinrichtungen mit 15 860 Plätzen. Hinzu kommen 115 Tagespflegepersonen, die 516 Plätze anbieten.

Wie ist die Auslastung?

Im Bereich der Krippe sind es 86,1 Prozent, im Kindergarten sogar 95,7 Prozent und im Hortbereich 90,6 Prozent. Während es in den Rostocker Umlandgemeinden sehr eng ist und sich dort ein weiterer Bedarf abzeichnet, ist die Situation in anderen Regionen entspannter. Die Situation war uns bekannt und ist nun bestätigt worden. Von einem akuten Notstand kann aber bisher keine Rede sein.

Wie sieht es mit einem jetzt oft beschworenen Personalnotstand aus und hat der Landkreis in der Fragen irgend eine Handhabe?

Hier ist es schwierig für uns Einfluss zu nehmen. Wir können natürlich an die Träger der Kindereinrichtungen appellieren, neben der Bezahlung für ein Arbeitsklima zu sorgen, dass Erzieher gern dort arbeiten. Nur so kann man in der Situation Mitarbeiter halten und neue gewinnen. Aber auch das Land ist gefordert und hat mit der neuen praxisintegrierten Ausbildung einen ersten wichtigen Schritt getan, dem Fachkräftemangel zu begegnen. Ob das genügt, bleibt abzuwarten.

 

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