Dorfwettbewerb : Nur Lohmen ein „schönes Dorf“?

So schön ist Lohmen auf jeden Fall schon mal aus der Luft gesehen.
So schön ist Lohmen auf jeden Fall schon mal aus der Luft gesehen.

Kreiswettbewerb vorrangig bei Gemeinden im Norden des Landkreises beliebt / Region Güstrow nur mit Lohmen und Warnow vertreten

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21. März 2015, 06:00 Uhr

Abgelaufen ist die Bewerbungsfrist für den 9. Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – unser Dorf soll schöner werden“. Eine gute Gelegenheit, zu zeigen, dass die rund 23 Millionen Euro, die als Fördergelder in den vergangenen drei Jahren in ländliche Gemeinden geflossen sind, auch sinnvoll verwendet werden, findet Martina Wessolowski von der Zentralen Fördermittelstelle beim Landkreis. Für die Teilnehmer ist das zugleich eine Chance auf ausgelobte Preisgelder in fünfstelliger Höhe für die Wettbewerbssieger sowie besondere Projekte.

Doch sonderlich attraktiv scheint der Dorfwettbewerb nicht zu sein. Ganze zehn Dörfer bzw. Ortsteile aus dem Landkreis Rostock haben Unterlagen eingereicht, darunter sind Lohmen und Warnow aus dem Altkreis Güstrow die einzigen. Warum diese auffällige Häufung im Norden des Landkreises? Hier zuckt Christian Fink nur mit den Schultern. „Da habe ich keine Vermutung“, sagt der Leiter des Amtes für Kreisentwicklung, der übrigens auch Mitglied der Bundesjury ist.

Mehrere Bereiche hat die fünfköpfige Jury, bestehend aus kompetenten Mitarbeitern der Kreisverwaltung, zu beurteilen: Soziales und Kultur, Bauleitplanung, Straßenbau und Verkehr, Naturschutz und Landschaftspflege sowie Denkmalpflege. Dazu gibt es jeweils einen Vororttermin, in Lohmen ist das am 21. April. Aus den Kreis-siegern kürt das Schweriner Landwirtschaftsministerium bis Jahresende den Landessieger, der für den Bundeswettbewerb nominiert wird.

Lohmen war mit dem 2. Platz schon mal dicht dran. „Die Teilnahme macht viel Arbeit“, weiß Bürgermeister Bernd Dikau. Mehrmals nahm seine Gemeinde am Wettbewerb teil. „Man muss kontinuierlich an dem Gedanken arbeiten. Aber man macht das ja nicht für den Landkreis oder für das Land, sondern wir wollen mit dem Wettbewerb die Menschen, Vereine, Firmen vor Ort begeistern“, ist Dikaus Maxime.

Doch schon die Begeisterung der Bürgermeister scheint nicht überall zu gelingen. „Wir haben jedenfalls die Werbetrommel ordentlich gerührt“, sagt Martina Wessolowski. Dagmar Lehsten bestätigt das. Die Leitende Verwaltungsbeamtin in Krakow am See meint aber auch, die „Initiative muss aus dem Dorf kommen, da muss sich jemand vorspannen“. Manchmal habe man das Glück, und es gibt „Zugpferde vor Ort, oft aber eben leider nicht“.

Da fühlten sich viele auch überfordert, denkt Günter Schink, Amtsvorsteher in Laage-Land und Bürgermeister von Wardow. „Oft drücken die Alltagssorgen schon genug. Und vielleicht sind die Gemeinden im Altkreis Doberan auch finanziell besser gestellt und haben daher bessere Voraussetzungen.“

Klein Upahl hatte schon einmal teilgenommen. „Doch die Chancen sind gering“, habe Bürgermeister Hans-Uwe Tessenow, zugleich Amtsvorsteher in Güstrow-Land, erfahren, „und der Aufwand dagegen ist schon erheblich.“

„Alle zehn Gemeinden haben sehr gute Bewerbungen eingereicht“, befindet indes Martina Wessolowski. Und immerhin: Nachdem der Landkreis Güstrow zuletzt wegen zu weniger Bewerber gar keinen Wettbewerb durchführen konnte, darf der neue Großkreis bis zum 30. Juni bei jetzt zehn Teilnehmern zwei für den Landeswettbewerb auswählen (siehe Hintergrund). Bürgermeister Dikau jedenfalls ist sich sicher: „Schon durch das Mitmachen ist man ein Sieger.“  

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