Dom Güstrow : Nur ein Genius fehlt im Ensemble

Diplomrestaurator Boris Frohberg (r.) im Fachgespräch mit Burkhard Erdmann, Baubeauftragter des mecklenburgischen Kirchenkreises, und Diplomrestaurator Roland Hooss aus Stockelsdorf bei Lübeck (v.l.) vor dem Ulrich-Epitaph.
Diplomrestaurator Boris Frohberg (r.) im Fachgespräch mit Burkhard Erdmann, Baubeauftragter des mecklenburgischen Kirchenkreises, und Diplomrestaurator Roland Hooss aus Stockelsdorf bei Lübeck (v.l.) vor dem Ulrich-Epitaph.

Rund 80 Fachleute kamen dieser Tage zusammen, um die Restaurierung des Doms Revue passieren zu lassen.

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25. September 2015, 06:53 Uhr

Rund 80 Fachleute – Restauratoren, Denkmalpfleger, Baufachleute – sind derzeit in und um den Güstrower Dom zu entdecken. An zwei Tagen tauschen sich die Experten über die umfangreiche Sanierung und Restaurierung des sakralen Bauwerks aus.

Für Diplomrestaurator Boris Frohberg ein besonderes Treffen. „Ich habe die Restaurierung – insbesondere der Epitaphe – lange begleitet und ich finde es toll diese besonderen Kunstwerke aus der Zeit der Renaissance im Rahmen einer Fachtagung zeigen zu dürfen“, sagt der Berliner. Es sei wichtig darauf aufmerksam zu machen, dass hier im Güstrower Dom Kunst von europäischem Rang zu sehen sei, so Frohberg weiter. Besonders freute sich der Restaurator das auch der ehemalige Propst Christoph Helwig gestern in den Dom gekommen war. „Für mich ist das ganz besonders den Dom heute so zu sehen“, resümiert der Pastor im Ruhestand, für den die Arbeiten am Dom stets eine Herzensangelegenheit darstellten.

„Ich erinnere mich noch an viele tolle Einladungen zum Abendessen bei der Familie Helwig. Solch eine Herzlichkeit habe ich in meinem Beruf selten erleben dürfen“, sagt Frohberg mit einem warmen Blick in Richtung Christoph Helwigs.

Doch neben all der positiven Erinnerungen und persönlichen Eindrücke steht die Tagung, die heute mit einem Reisesegen von Pastor Christian Höser, ihren Abschluss finden wird, ganz im Sinne der Fachlichkeit. So wurden auch Nachfragen zur Restaurierung der verschieden Werkstoffe – allen voran Sandstein, schwarzer Kalkstein und englischer Alabaster – geduldig beantwortet.

Auch auf das Fehlen eines Totengenius am Dorotheen-Epitaph machte Boris Frohberg die Gäste aufmerksam. Er sei einst aus Geldnot an das Stadtmuseum veräußert worden und fehle daher nun auf dem Grabdenkmal im Dom. Im Zuge der Restaurierung habe man es vielfach versucht ihn als Dauerleihgabe zu erhalten, doch die Leitung habe sich – auch nach einer „großen verbalen Schlacht“ – quer gestellt, erinnert sich Boris Frohberg.

„Eine Nachbildung aufzusetzen hielten wir einfach für falsch“, sagt Frohberg und fügt hinzu: „Wir hoffen einfach, dass wir irgendwann das Original wieder an seinen Platz stellen dürfen.“

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