MV bei einheitlicher Behördenauskunft noch nicht beteiligt : Nummer 115: noch kein Anschluss

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Die Deutschen nehmen die 2009 eingeführte einheitliche Behördennummer 115 gut an. Noch keinen direkten Draht zu ihren Verwaltungen unter der einheitlichen Telefonnummer haben die Bürger im Landkreis Rostock.

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02. Juli 2012, 06:40 Uhr

güstrow | Die Deutschen nehmen die 2009 eingeführte einheitliche Behördennummer 115 laut Bundes-Innenministerium gut an. Derzeit sind neben der vollständig angeschlossenen Bundesverwaltung acht Länderbehörden sowie 282 Kommunen in elf Bundesländern an der 115 beteiligt, etwa die gleiche Menge Städte, Gemeinden und Landkreise soll noch bis Jahresende folgen. Noch keinen direkten Draht zu ihren Verwaltungen unter der einheitlichen Telefonnummer haben die Bürger im Landkreis Rostock.

"Derzeit gehört das nicht zu unseren vordringlichen Aufgaben", erklärt dazu Kreissprecherin Petra Zühlsdorf-Böhm, wohl wissend, dass die Häuser am Wall in Güstrow und ihre Außenstellen in der alten Kreisstadt Bad Doberan mit der inhaltlichen Umsetzung der Kreisgebietsreform noch reichlich zu tun haben.

Auch in Laage stehe laut Hauptamtsleiterin Petra Müller die Einführung der 115 noch nicht in Aussicht. Zudem sei zu prüfen, welche finanziellen Auswirkungen die telefonische Behördenauskunft für die Stadt und die amtsangehörigen Gemeinden hätte. Ähnlich lautet die Auskunft aus dem Rathaus Krakow am See und aus dem Amt Güstrow-Land.

Wie das Pilotprojekt finanziell und auch organisatorisch zu bewerkstelligen sei, ist ebenfalls für die Stadt Güstrow noch ungeklärt, heißt es aus dem Büro des Bürgermeisters. Auch habe der Städte- und Gemeindetag Mecklenburg-Vorpommerns noch keine Empfehlung zur Teilnahme herausgegeben. Entsprechend von Teilnehmern verwaist ist auch noch die Landkarte des Nordostens.

Vielfach unklar ist ohnehin noch die Tariffrage für die 115. Geregelt ist, dass die Bürger aus dem Festnetz zum Ortstarif anrufen können. Auch soll die Nummer, wenn sie denn erreichbar ist, flatrate-fähig sein, erklärt die IT-Beauftragte der Bundesregierung Cornelia Rogall-Grothe. Die Telekom und mehrere alternative Anbieter hätten sich bereits darauf eingestellt. Für den Mobilfunk gelte dies allerdings noch nicht. Hier sei der Anrufer gefordert, bei seinem Anbieter den Tarif zu ergründen. Eine gesetzliche Ansagepflicht bestehe bei der 115 jedenfalls nicht.

Dies kann André Sonnenberg nicht nachvollziehen. Der Güstrower, der ehrenamtlich für die rechtlichen und sozialen Belange behinderter und chronisch kranker Menschen eintritt, fürchtet, dass es Anbieter gibt, die mit der 115 Abzocke betreiben könnten. Sonnenberg: "Es kann nicht sein, dass je nach Anbieter ein Anruf aus dem Festnetz bis zu 14 Cent und aus dem Handynetz sogar bis zu 30 Cent fällig werden. Sozialschwache Menschen, die sowieso schon kaum Geld im Portmonee haben, werden da noch finanzielle ausgebeutet, nur weil sie sich behördlich und rechtlich beraten lassen wollen." Eher müsse es Ziel sein, mit der 115 ein "transparentes und barrierefreies Behördensystem" für jeden Bürger zu schaffen.

Die Rufnummer 115

Ziel der Einführung der 115 ist es, allen Bürgern sowie Unternehmen mit einer einheitlichen Nummer einen direkten Draht in die Verwaltung zu bieten. Durch den Anruf der 115 entfällt die aufwändige Recherche nach der zuständigen Behörde oder Dienststelle, die für das jeweilige Anliegen zuständig ist. Alle drei Verwaltungsebenen - Bund, Länder, Kommunen - wollen montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erreichbar sein und 75 Prozent der Anrufe innerhalb von 30 Sekunden annehmen. 65 Prozent werden beim ersten Kontakt beantwortet. Muss eine Anfrage weitergeleitet werden, erhält der Anrufer innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung.

Quelle: www.115.de

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