Unternehmergeist : Nürnberg-Hochzeit bei Nürnbergs

Norbert und Angelika Nürnberg laden seit knapp sechs Jahren auf ihr Grundstück am Krakower See ein.
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Norbert und Angelika Nürnberg laden seit knapp sechs Jahren auf ihr Grundstück am Krakower See ein.

Bootsverleih, Anglerbedarf, Ferienhäuschen – der Dreiklang macht’s für das Krakower Unternehmerehepaar

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08. April 2015, 06:00 Uhr

Die Ferienhäuschen einräumen, Hecken schneiden, den Rasen pflegen, Boote reparieren und streichen – für Norbert und Angelika Nürnberg waren die vergangenen Wochen wie immer ausgangs des Winters besonders arbeitsreich. Alles auf ihrer weitläufigen Anlage am Krakower Ortsteil Blechern Krug war auf Vordermann zu bringen für die neue Saison. Ostern erwarten die Nürnbergs stets die ersten Feriengäste auf ihrem Anwesen.

In ihr sechstes Jahr gehen die beiden heute 58-jährigen Krakower als Unternehmer, nachdem sie die „Sichtschneise“ auf den Krakower See, kommt man von Güstrow oder Kuchelmiß in den Luftkurort, zuvor vom Bundesvermögensamt erworben hatten. Niemand habe das damals völlig verwilderte Grundstück zwischen Straße und See haben wollen, erinnert Norbert Nürnberg. Also habe er mit seiner Ehefrau auch erst mal unglaublich viel Müll wegschaffen und alte Hüttenruinen wegreißen müssen. „Es war eine einzige Dreckecke“, blickt Nürnberg zurück. Nichts zeugt heute mehr von jener Zeit, schaut man auf den schmuck hergerichteten Streifen Landes.

Die Entscheidung damals war eine für den zweiten Abschnitt des Arbeitslebens. 35 Jahre sei er auf Montage gewesen, erzählt der gelernte Baumaschinist und sagt: „Ich wollte endlich sesshaft werden.“ Die 7200 Quadratmeter Land am Uferbereich des Sees hatten sich die Nürnbergs für ihre neue Existenz ausgeguckt. Inzwischen haben sich der Anglerbedarf und der Bootsverleih von Norbert Nürnberg etabliert. Angelika Nürnberg, die auch im Laden aushilft und sich um die zwei Ferienhäuschen gegenüber kümmert, kommt ebenfalls aus ganz anderem Metier, hatte als Bibliotheksfacharbeiterin u.a. in der Krakower Bücherei und auch im Güstrower Schloss gearbeitet.

„Unsere Vorstellungen haben sich erfüllt“, resümieren die Nürnbergs ihre vielleicht erste Hälfte des neuen Arbeitslebens als Selbstständige. Die Kombination aus den drei Standbeinen mache dabei den wirtschaftlichen Erfolg aus. „Von einem allein könnten wir nicht leben“, ist Angelika Nürnberg überzeugt. „Die Stadt müsste aber noch mehr für den Tourismus machen“, meint Ehemann Norbert. Speziell in der Vor- und in der Nachsaison sei zu wenig los in Krakow am See. Obwohl speziell der Angelladen immer sehr viel von Einheimischen genutzt werde. Norbert Nürnberg meint: „Wenn es den nicht geben würde, wäre das auch für Gäste aus den Bergen, die an den See kommen, fatal.“ Das Ehepaar ist stolz darauf, die Investitionen ganz ohne Kredite auf die Reihe bekommen zu haben, wie sie sagen. „Sonst hätten wir das nicht gemacht.“ 28 Boote – zum Treten und Rudern, mit Motor oder Paddel ausgerüstet – wollten schließlich auch beschafft sein. Im Mai werden die aus dem Winterlager geholt. Die Wochen- oder auch Zweiwochengäste in den zwei kleinen Ferienhäusern, ebenso Tagesbesucher, werden dann eine Neuigkeit nutzen können: zehn Schwimmliegen, die zur urgemütlichen Seepaddeltour einladen.

Badestelle und Bootssteg direkt vor Ort – natürlich ideal für Urlauber. Ausgebucht sind die Häuser ab Ostern inzwischen regelmäßig die ganze Saison. „Nicht nur Südländler kommen, sondern viele auch aus Rostock und der näheren Umgebung“, berichtet Angelika Nürnberg. „Und natürlich auch aus Nürnberg“, erzählt Norbert Nürnberg und kann verschmitzt da noch eins draufsetzen: „Ein Paar kam zum Heiraten aus Nürnberg zu den Nürnbergs – die heißen sogar Nürnberg!“

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