Experiment im Tierpark Lelkendorf : Notfallprogramm: Tauben brüten Hühnereier aus

Ein Bankivahuhn mit Nachwuchs.
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Ein Bankivahuhn mit Nachwuchs.

Ungewöhnliches Experiment im Haustierpark Lelkendorf von Erfolg gekrönt

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31. März 2016, 08:00 Uhr

„Die wilden Bankiva-Hühner sind etwas ganz Besonderes. Von dieser Wildart stammen alle Hühnerrassen der Welt ab“, sagt Jürgen Güntherschulze, Leiter des Haustier-Schutzparkes Lelkendorf. In fünf Unterarten sei das Bankivahuhn über ein riesiges Gebiet von Indien über Südchina, Laos, Kambodscha, Vietnam bis auf das Malaiische Archipel verbreitet und domestiziert worden. Allerdings halte es sich an keine saisonalen Regeln. Deshalb lief jetzt im Haustierpark ein „Taubenbrut-Notfallprogramm“ und das mit Erfolg, berichtet Güntherschulze.

Der Parkleiter erklärt dazu, dass die tropische Tierart in Äquatornähe bei ganzjährig ähnlich gleichmäßigen Klimabedingungen keine streng saisonale Brutzeit habe. Dieses Verhalten zeige auch die kleine freilaufende Population Bankivahühner im Haustierpark Lelkendorf. „Schon im Januar legten die Bankivas Eier, die die Tierpfleger aber bei Frosteinbrüchen wegnehmen und angefroren zunächst verfüttern mussten“, erzählt Güntherschulze. Das brachte Revier-Tierpfleger Renaldo Deiß auf eine Idee: Auch die tschechischen Klätscher-Tauben brüten das ganze Jahr über. Ihnen wurden testweise die Eier (immer zwei) weggenommen und durch zwei Bankiva-Eier (etwa halb so groß wie ein Hühnerei) ersetzt. Ein 100-prozentiger Bruterfolg war das Ergebnis. Die vier ausgewählten Ammen-Tauben brüteten acht Bankiva-Hühnerküken aus, informiert Güntherschulze. Man habe die frisch geschlüpften Hühnerküken sofort aus den Taubennestern genommen, weil Taubenküken beim Schlupf unbefiedert und Nesthocker sind, während Hühnerküken schon am zweiten Tag selbstständig Körnerfutter fressen

Die Handaufzucht der Bankiva-Hühnerküken sei zwar mühselig, aber das „Taubenbrut-Notfallprogramm“ stelle doch eine Möglichkeit zur Vermehrung dieser Wildart oder gefährdeten Hühnerrassen in einer Zeit, in der es auf anderem Wege nicht klappt, dar, stellt Güntherschulze fest.

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