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Güstrower Anzeiger

12. Dezember 2017 | 22:31 Uhr

Asyl : Not bei Unterkünften weiter groß

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Landkreis Rostock erwartet dieses Jahr ca. 3000 Asylbewerber und Flüchtlinge. Ferienanlagen müssen bis Saisonbeginn geräumt werden

svz.de von
erstellt am 19.Feb.2016 | 06:00 Uhr

Die Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen bereitet dem Landkreis Rostock weiterhin große Probleme. Über den Winter konnte der Landkreis die Schutzsuchenden noch in so genannten saisonalen Unterkünften unterbringen, also in Hotels, Pensionen oder z. B. Anlagen wie dem Feriendorf in Dolgen am See oder Karls Erlebnisdorf, die außerhalb der Tourismussaison leer stehen. Doch mit Beginn der Saison Ende März ist es damit vorbei. Die bisher in den saisonalen Unterkünften untergekommenen 622 Flüchtlinge könnten dann auf der Straße stehen.

Es bestehe „besonderer Handlungsbedarf“, sagte Landrat Sebastian Constien auf dem Kreistag am Mittwoch. Saisonale Unterkünfte müssten geräumt und gleichzeitig die noch bestehenden vier Notunterkünfte abgebaut werden. „Wenn dann daneben die regulär neu zugewiesenen Schutzsuchenden unterzubringen sind, dann wird schnell klar, dass die Verwaltung mit Blick auf die Unterbringung nach wie vor in einer Sondersituation agieren muss“, formuliert Constien die prekäre Lage vorsichtig. Schnell müsse der Landkreis jetzt neue Wohnungen anmieten sowie zeitnah neue Gemeinschaftsunterkünfte einrichten. „Ich möchte erneut den Appell an alle Verwaltungen und kommunalen Wohnungsunternehmen, aber auch private Anbieter richten, mit uns in Kontakt zu treten und Wohnraum anzubieten“, ruft der Landrat auf.

Zwei neue Gemeinschaftsunterkünfte sollen demnächst in Güstrow entstehen: Im alten Stadtwerke-Gebäude in der Glasewitzer Chaussee sollen 200 Asylsuchende unterkommen. Die Unterkunft soll mit dem Ende des ersten Bauabschnitts zum 15. April in Betrieb gehen. Eine weitere zentrale Unterkunft mit 76 Plätzen ist in der Hamburger Straße 30 geplant, Bezugstermin noch offen. Das bisher größte zentrale Asylbewerberheim will der Landkreis in Teterow für 220 Menschen einrichten. In Planung ist auch die Erweiterung der Unterkunft in Jördenstorf von 68 auf 270 Plätze.

Gleichzeitig besteht das Problem, dass auch bereits anerkannte Flüchtlinge weiter in den Asylunterkünften des Landkreises wohnen, da sie auf dem angespannten Wohnungsmarkt keine eigene Wohnung finden. „Es muss gelingen, anerkannte Flüchtlinge aus den kreislichen Unterkünften in eigenen Wohnungen unterzubringen“, gibt Constien ein Ziel vor. Neben der angespannten Unterbringungssituation gebe es im Bereich der dezentralen Unterbringung zudem weiterhin Engpässe bei der Beschaffung von Ausstattungsgegenständen, informiert er weiter.

Stand 16. Februar sind im Landkreis 2839 Asylbewerber und Flüchtlinge untergebracht. Vergangenes Jahr sind dem Landkreis 3004 Menschen zur Unterbringung durch das Land zugewiesen worden, weniger als die prognostizierten 3500. Seit dem 1. Januar kamen bereits 431 neue Flüchtlinge in den Landkreis. Für dieses Jahr rechnet Constien derzeit mit ca. 3000 Neuzuweisungen. Allerdings hätten Bund und Land noch keine aktualisierten Prognosen vorgelegt. „Wir müssen deshalb davon ausgehen, dass die Flüchtlingsströme anhalten“, sagt der Landrat. 1562 Personen sind gerade dezentral im gesamten Kreisgebiet untergebracht, in den sechs Gemeinschaftsunterkünften in Güstrow, Bad Doberan und Jördenstorf leben 413 Menschen, in den vier Notunterkünften noch 242 sowie in den saisonalen Unterkünften 622. 

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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