Weihnachtsbäume : Nordmänner frisch vom Feld

Jutta und Karl-Heinz Meyer freuen sich auf ihre erste Tannenbaum-Saison in Lüdershagen. Fotos: Regina Mai
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Jutta und Karl-Heinz Meyer freuen sich auf ihre erste Tannenbaum-Saison in Lüdershagen. Fotos: Regina Mai

Erstmals Verkauf auf der Weihnachtsbaumplantage in Lüdershagen / Letzte Saison in Weitendorf

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28. November 2014, 06:00 Uhr

Die einen hören auf, die anderen fangen an. Auf dem Hof vom Familie Schippmann in Weitendorf gibt es in diesem Jahr zum letzten Mal Weihnachtsbäume. „20 Jahre – das reicht“, sagt Rolf Schippmann (53). In Lüdershagen wachsen seit sieben Jahren Nordmanntannen. Jetzt wird das erste Mal „geerntet“. Karl-Heinz Meyer (70) und seine Frau Jutta (64) sind gespannt auf ihrer erste Saison.

Ein paar Weihnachtsbäume für Verwandte und gute Bekannte gab es bei Meyers aus Schwiggerow schon immer. Der Förster im Ruhestand hat einen kleinen Forstbetrieb mit 160 Hektar Wald. Unter Leitungen wachsen dort schon immer Weihnachtsbäume – Kiefern, Fichten und Nobilis-Tanne. Das Bodenrefomland in Lüdershagen war lange Jahren an einen Landwirt verpachtet. „Irgendwann fragten wir uns, warum wir es nicht selbst nutzen“, erzählt Karl-Heinz Meyer. 2007 pflanzte man die ersten 5000 Nordmanntannen. 6000 kamen zwei Jahre später hinzu. Und so ging es weiter. „Jetzt können wir aus dem Vollen schöpfen“, sagt der pensionierte Förster. Er hatte auch Nachfragen vom Großhandel, habe aber abgelehnt. Er möchte seine Bäume direkt an die Kunden verkaufen. Eine Säge braucht übrigens niemand mitbringen. „Jeder kann sich seinen Baum aussuchen. Auf der Plantage sind zwei, drei Leute mit Motorsägen“, berichtet Karl-Heinz Meyer. Auch einen großen Parkplatz und eine von Bäumen umstandene Aufenthaltsfläche mit Stehtischen und Feuerschale habe man eingerichtet. „Das gehört heute zum Weihnachtsbaumkauf dazu“, erklärt der 70-Jährige. Für das 3. und 4. Adventswochenende sei darüberhinaus allerlei organisiert. Kutschfahrten seien möglich. Der Weihnachtsmann käme.

Bäume können in Lüdershagen ab dem 5. Dezember geschlagen werden. „Von uns ist dann immer einer da“, sagt Karl-Heinz Meyer. Neben den Nordmanntannen will er auch Kiefern, Fichten, Nobilis- sowie Veitchs-Tannen aus seinem Wald anbieten. Letzteren sagt er eine große Zukunft voraus. Hilfe habe er im Dezember von der ganzen Familie.


Endspurt bei Schippmanns


Genau so ist es auch bei Schippmanns in Weitendorf. Hier werden jetzt täglich auf der schon sehr reduzierten Plantage (übrigens auch Bodenreformland) Nordmanntannen geschlagen und ab heute auf dem Hof in Weitendorf zum Verkauf angeboten – zum letzten Mal. „Für uns wird es schon eine Umstellung“, gesteht Rolf Schippmann. 20 Jahre lang nahmen er und seine Frau Sigrun (beide voll berufstätig) im Dezember ihren Jahresurlaub. „Nicht, dass wir nächstes Jahr im Dezember einen Therapeuten brauchen“, scherzt der Weitendorfer und möchte nicht versäumen, einer überaus treuen Kundschaft aus der Region bis Rostock und Waren/Müritz zu danken. „Vor 20 Jahren hätten wir nicht gedacht, dass es sich einmal so entwickelt“, gesteht Rolf Schippmann. Ein paar Bäume für Verwandte und Bekannte werde es auch künftig noch geben, ansonsten im Advent aber auch mal Zeit, die Enkelkinder zu besuchen. Das Land an der Straße nach Laage verpachte man erst mal an einen Landwirt.

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