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Brand Gleviner Strasse : Noch steht die Güstrower Brandruine

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Sicherungsarbeiten in der Gleviner Straße betrafen das beschädigte Nachbarhaus. Ein Abriss der Nr. 3 ist noch nicht beauftragt.

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erstellt am 02.Mär.2017 | 20:45 Uhr

Leichte Verwirrung heute in Güstrow: Wird das Haus in der Gleviner Straße 3, das am zweiten Februar-Wochenende ein Raub der Flammen geworden war, nun abgerissen oder nicht? Am Mittwoch war eine Güstrower Abrissfirma mit großem Kran angerückt und wieder verschwunden. Die Brandruine blieb stehen. „Was ist denn nun“, fragte u.a. SVZ-Leser Peter Schröder. Der Einsatz der Abrissfirma klärte sich schnell auf. Gesichert wurde das ebenfalls betroffene Nachbarhaus Gleviner Straße 2.

Teile des Brandhauses waren auf den Dachstuhl der Nr. 2 gefallen. „Die haben wir weggeräumt“, erklärte Frank Hoop von der Abbruchservice GmbH. Er kündigte weiter an, dass man Mitte der nächsten Woche wieder anrücken werde, um die Nr. 2 zu entkernen. Löschwasser und später auch Regenwasser hätten immense Schäden hinterlassen. Auf Anfrage des Eigentümers der Nr. 3 habe er auch für die Brandruine ein Abrissangebot unterbreitet. Bisher gebe es aber keine Entscheidung. Die war heute auch bei Salih Akan nicht einzuholen. „Ich habe im Moment keinen Kopf für den Abriss“, betonte der Hausbesitzer gegenüber SVZ. Vielmehr beschäftige ihn ein neuer Laden für seinen Obst- und Gemüsehandel, den er in der Gleviner Straße 3 betrieben hatte. Die Hoffnung auf einen Laden in der Mühlenstraße habe sich zerschlagen.

Ein Abrissantrag bei der Bauaufsichtsbehörde des Landkreises liegt nicht vor. Das ist auch nicht nötig, erklärt Kreissprecher Michael Fengler. Die Denkmalschutzbehörde hatte in der vergangenen Woche festgestellt, dass das historische Gebäude so stark beschädigt ist, dass „die Denkmaleigenschaft erloschen ist“ und ein Abriss erfolgen kann (SVZ berichtete). Damit sei kein weiteres Genehmigungsverfahren notwendig, so Fengler. Noch offen sei die Zukunft des Anbaus auf dem Hof. Hier gab es in dieser Woche einen Termin vor Ort. „Es gibt unterschiedliche Auffassungen“, berichtet der Kreissprecher. Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege habe weitere Unterlagen angefordert. Eine Entscheidung stehe aus.

Peter Schröder sieht einem Abriss mit Grausen entgegen. „Es wäre enorm schade, wenn auch hier wieder historische Bausubstanz in Güstrow verloren geht“, formuliert der Güstrower, der sich sehr für historische Bauten interessiert und meint, dass insbesondere sie den Reiz Güstrows ausmachen würden. Nachdem er erfahren hatte, dass Ulrich Bunnemann durchaus die Möglichkeit sieht, Teile der Brandruine zu erhalten (SVZ berichtete) habe er mit dem Architekten und Denkmalschützern beim Landkreis gesprochen. Er hätte sich gewünscht, dass Denkmalschützer und Architekt darüber ins Gespräch gekommen wären, bevor das Haus aus dem 17. Jahrhundert mit der später davor gesetzten klassizistischen Fassade abgerissen wird.

Polizei bittet nochmals um Mithilfe

Das Kriminalkommissariat Güstrow sei noch mitten in den Ermittlungen zur Brandursache. Einen personenbezogenen Tatverdacht gebe es noch nicht, erklärt Gert Frahm, Sprecher der Polizeiinspektion Güstrow. Man ermittle weiterhin wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung. Man wisse inzwischen, dass eine Reihe von Personen die Gleviner Straße in der Brandnacht passiert habe. Wer am 11. Februar zwischen Mitternacht und ein Uhr das Brandhaus in der Gleviner Straße passierte, wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden. „Die Ermittler hoffen auf das manchmal entscheidende kleine Detail, dass uns diese Passanten vielleicht liefern könnten, um die Ermittlungen voranzutreiben“, betont Frahm.
 

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