Vereinsserie : Noch klappert die Mühle am Bach

In den nächsten Wochen beginnt unter der Regie des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft Mittleres Mecklenburg die Erneuerung des Wehrs.
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In den nächsten Wochen beginnt unter der Regie des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft Mittleres Mecklenburg die Erneuerung des Wehrs.

SVZ-Serie „Vereine in der Region“: Förderverein Wassermühle Kuchelmiß will alte Mahltechnik wieder erlebbar machen

svz.de von
28. September 2015, 02:02 Uhr

Wenn die Mühle am rauschenden Bach klappert, ist dafür der Rüttelschuh verantwortlich. Er verteilt das Getreide gleichmäßig auf den Mahlsteinen. In der Wassermühle Kuchelmiß könnte es noch rütteln. Auch der Walzenstuhl, der die erste Vermahlung des Korns vornimmt, ist noch intakt. „Das letzte Mal haben wir die Mühle wohl 2006 angeworfen. Es ist jetzt aber zu gefährlich, weil die Anlage schon lange nicht mehr überprüft wurde“, sagt Monika Delzepich vom Vorstand des Fördervereins Wassermühle Kuchelmiß.


Fast 500 Jahre alte Wassermühle erhalten


Die zwölf verbliebenen Vereinsmitglieder, in guten Zeiten waren es über 30, sind Enthusiasten. In ehrenamtlicher Arbeit bereiten sie zeitintensiv die beiden Höhepunkte in der Wassermühle vor: das Mühlenfest am Pfingstmontag, wenn landesweit der Mühlentag begangen wird, und das Dreschfest am 1. Sonnabend im August. Zu den Festen kommen insgesamt über 1500 Besucher. „Früher haben wir auch ein Erntefest und einen Kunsthandwerkermarkt in der Vorweihnachtszeit veranstaltet. Aber das waren Zuschussgeschäfte. Wir haben viel organisiert, aber wenig Besucher gezählt“, sagt Vereinschef Berthold Riech. Das Dreschfest begeistert auch ihn jedes Mal. „Da zeigen wir, wie früher die Schnitter das Getreide mit der Sense geerntet und mit dem Dreschflegel die Körner gewonnen haben“, sagt er.

1998 hatte sich der Verein gegründet, um den Betrieb des in der Wassermühle eingerichteten Museums zu sichern. In der Satzung ist das Ziel formuliert, die fast 500 Jahre alte Wassermühle zu erhalten und die Mahltechnik wieder erlebbar zu machen. Das ist schwieriger geworden, seit die Gemeinde die Mühle 2007 an die Fahrgastgesellschaft Krakow am See verpachtet hat. Dennoch, sagt Riech, sei das Verhältnis zum Pächter gut.


Noch 2015 startet Erneuerung des Wehrs


Und Hoffnung für Kuchelmiß gibt es auch, seit zwischen Landesmühlenverband und Landesdenkmalpflege das Projekt diskutiert wird, zwei Wind- und eine Wassermühle in Mecklenburg-Vorpommern wieder erlebbar zu machen. Vielleicht sei ja Kuchelmiß dabei, hofft der Verein. „Die Entscheidung soll 2016 fallen“, sagt Riech. Noch in diesem Jahr begonnen werden soll mit der Erneuerung des Wehrs. Dafür zuständig ist das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) und es besteht die Hoffnung, ein Mühlenrad zu installieren. Auch ein Generator zur Stromgewinnung ist im Gespräch.

Aktuelles Ziel des Vereins ist es, einen Vereinsraum zu bekommen. „Da hätten die Mitglieder einen Anlaufpunkt und eine Art Heimat. Das wäre für uns sehr wichtig“, beteuert Riech. Mit dem Pächter ist der Verein im Gespräch, den leer stehenden Anbau nutzen zu dürfen. Oder vielleicht die Backstube, die 2016 als Projekt in das laufende Bodenordnungsverfahren der Gemeinde Kuchelmiß aufgenommen werden könnte. Auch da, weiß Gemeindevertreter Berthold Riech, falle demnächst die Entscheidung.

Einmal im Jahr gehen die Mitglieder des Mühlenvereins auf Reisen. Ziel in diesem Jahr könnte die Wassermühle von Hanshagen, die der Universität Greifswald bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts als Papiermühle diente, sein. „Inzwischen ist sie durch einen privaten Investor grundlegend saniert und restauriert worden“, weiß Riech. Der Vereinsvorsitzende ist überzeugt, dass ein Verein der bessere Träger für die Wassermühle Kuchelmiß wäre. „Da steckt dann viel ehrenamtliches Engagement und viel Herzblut dahinter“, versichert er. Auch deshalb hofft der Förderverein auf das Jahr 2019, wenn der Pachtvertrag mit der Fahrgastgesellschaft ausläuft.  



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