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Fehlbeschluss Krakow am See : Nix Neues Auf dem Neuen Lande

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Stadtvertreter werfen neuen Bebauungsplan wegen Mängeln von der Tagesordnung

von
erstellt am 09.Feb.2015 | 20:30 Uhr

Runter von der Tagesordnung! So heißt es in Krakow am See auf der Stadtvertretersitzung in letzter Zeit öfter. Jüngst getroffen hat es den Satzungsbeschluss für einen Bebauungsplan für den kleinen Flecken „Auf dem Neuen Lande“. Dabei geht es um gerade mal sieben Häuschen, in zugegebenermaßen exponierter Lage.

Ziel der Satzung sollte es sein, den Grundstückseigentümern Regeln und zugleich aber auch Möglichkeiten zur Erweiterung, den Ausbau bzw. für den Fall der Notwendigkeit auch Neubau ihres Häuschens an die Hand zu geben. Denn zwar führt nicht einmal eine befestigte Straße, sondern nur ein bei aktueller Witterungslage schwer befahrbarer Feldweg zu dem Kleinod dicht bei der Insel Schwerin, doch die idyllische Lage könnte vielleicht ja mal ungewollte Begehrlichkeiten wecken.

Doch genau hier lag schon der erste Knackpunkt. Stand doch in der Verwaltungsvorlage das verdächtige Wort „Wohngebäude“. Dies aber dürfe wohl nicht gemeint sein, warf Nils Ruhnau (CDU) ein – und erntete auch diskussionslos Zustimmung: „Wochenendhaus“ muss es heißen.

Warum das niemandem vorher auffiel? Vielleicht ja, weil der Bauausschuss zu der Thematik nicht noch einmal gehört wurde? Während Bürgermeister Wolfgang Geistert meinte, dies sei – weil keine weiteren Stellungnahmen zum ausgelegenen Plan eingegangen wären (Auslegung im Amt war Ende vorigen Jahres) – nicht nötig, argwöhnte Ruhnau, der Ausschuss habe wohl tagen wollen, sei aber nicht beschlussfähig gewesen. Denn: Bei geradeso Beschlussfähigkeit habe Geistert selbst als befangener Planer den Saal verlassen müssen, wodurch das Malheur entstanden sei. Geistert sieht das indes anders.

Endgültig zu Fall brachte dann Christoph Küsters (Die Linke) das Papier. Grundlage für die Bemessungen von Aus- und Neubauten der vorhandenen Häuschen sei nämlich ein Grundstück, das schon verändert worden war. Die Krux dabei: Für jenes Häuschen sei das gemeindliche Einvernehmen erteilt worden – jedoch versehentlich, so Küsters. Denn das 6:0-Stimmenverhältnis damals laut Protokoll für den später vollzogenen Ausbau hätte tatsächlich 0:6 gelautet, erinnert Küsters. Nun könne der Nutznießer nichts dafür und hat insofern rechtens gehandelt. „Doch dies jetzt zum Referenzobjekt zu machen, das geht doch nicht! Das lehne ich ab.“

Ergebnis der ganzen Diskussion: Runter von der Tagesordnung!

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