Orkanfolgen in Güstrow : Niklas legt Bäume reihenweise um

Aufräumarbeiten am Gelände der Geschützten Werkstatt, wo eine Pappel fast ein Wohnhaus traf
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Aufräumarbeiten am Gelände der Geschützten Werkstatt, wo eine Pappel fast ein Wohnhaus traf

Sturmtief wütete in der Region / Zugpassagiere müssen nachts bei Werle auf freier Strecke umsteigen / Stromausfall in Güstrow

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01. April 2015, 20:00 Uhr

Großes Glück hatten die Bewohner eines Eigenheims in der Nähe des Sonnenplatzes in Güstrow, als Sturmtief Niklas auf dem Nebengrundstück eine große Pappel umstürzen ließ. Zwei Tannen „opferten“ sich für das Haus, fingen den stürzenden Koloss auf. Zweieinhalb Stunden, bis nach Mitternacht, arbeiteten Kameraden der Güstrower Feuerwehr, um die Gefahr zu bannen.

In der Region Güstrow war dies eine der schwersten Folgen von Niklas’ Wüten. Insgesamt gingen bis gestern früh bei der Kreisleitstelle 152 Einsätze von Feuerwehren des Landkreises ein. Und auch noch am Nachmittag rückten Wehrleute aus, um Gefahrenstellen zu räumen, wie z.B. bei Klueß auf der B103 oder zwischen Kirch- und Mühl Rosin. Meistens waren Bäume zu Hindernissen geworden, aber auch zwölf Dächer wurden abgedeckt, fasst Kreissprecher Kay-Uwe Neumann das Geschehen in der Sturmnacht zusammen.

Rund 40 Fahrgäste des Regionalexpresszuges 5, die nach Rostock unterwegs waren, kamen mit einem leichten Schrecken davon – und mit stundenlangem Ausharren. Ein entwurzelter Baum war bei Werle auf die Oberleitung gestürzt, und der Zug prallte dagegen. Gegen 23 Uhr konnten Kameraden umliegender Feuerwehren zum Zug gelangen und die Evakuierung absichern. Die Fahrgäste fuhren dann mit einem Ersatzzug weiter, während die Aufräumarbeiten noch Stunden andauerten. Die Bahnstrecke Güstrow – Rostock war so lange gesperrt.

Neun Verkehrsunfälle im Zusammenhang mit dem Sturm registrierte die Kreisleitstelle zudem. Dabei wurden zwei Personen leicht verletzt. Besonderes Glück hatte ein Kraftfahrer auf der Landesstraße 22. Bei Torfbrücke begrub ein Baum das Auto, Rettungskräfte konnten den Mann befreien. Insgesamt gingen bei der Polizei zwischen 15 und 22 Uhr am Dienstagabend rund 200 sturmbedingte Gefahrenmeldungen ein. Auf zahlreichen Straßen behinderten umgestürzte Bäume und herabfallendes Geäst den Straßenverkehr. Schwerpunkt in der Region Güstrow war die Straße nach Parum. Aber auch im Stadtgebiet – so in der Straße der DSF, wie unser Leser Christian Kitta berichtete – mussten Mitarbeiter des städtischen Bauhofs ausrücken.

Zu kämpfen hatten auch die Stromversorger mit Sturmschäden. So hatte die Wemag im Bereich Bützow mehrere Stromunterbrechungen, weil umfallende Bäume Leitungen zerstörten. Durch die Zusammenarbeit mit heimischen Elektrofirmen konnten die meisten der 2000 betroffenen Menschen noch in der Nacht wieder ans Netz angeschlossen werden. In Güstrow fiel für knapp 20 Minuten der Strom in Teilen der Südstadt sowie im Gewerbegebiet Glasewitzer Chaussee und Burg aus. Grund waren Reparaturen der Stadtwerker nach einem Erdschluss im Mittelspannungsnetz.  

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