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Güstrower Anzeiger

12. Dezember 2017 | 17:13 Uhr

Plattdeutsch : Niederdeutsche Sprache gefeiert

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

93 Schüler aus zwölf Schulen waren bei einem von vier Regionalausscheiden zum 12. Plattdeutsch-Wettbewerb in Güstrow dabei

svz.de von
erstellt am 22.Feb.2016 | 07:30 Uhr

Glücklich platziert am Vorabend des von der Unesco ausgerufenen Welttags der Muttersprache, fand am Sonnabend einer von vier Regionalausscheiden zum 12. Plattdeutsch-Wettbewerb des Landes in Güstrow statt. 93 Schüler von der 1. bis zur 10. Klasse aus zwölf Schulen des Schulamtes Rostock sangen in Richard-Wossidlo-Schule Lieder, spielten Sketche oder rezitierten Gedichte. Zwar stand Wettbewerb unter dem Motto „Snack mal wedder eins orrich Platt“, aber eigentlich feierten Schüler, Lehrer, Eltern und Großeltern ein Fest der niederdeutschen Sprache, bei dem es zwar viele Gewinner, aber keine Verlierer gab.

Zum ersten Platz im Bereich Grundschule gratulierte Bildungsminister Mathias Brodkorb den Schülern der Güstrower Georg-Friedrich-Kersting-Schule. Die jungen Plattsnacker werden mit ihrem frisch vorgetragenen Programm aus Liedern, Gedichten und freiem Gespräch am Landeswettbewerb am 9. April in Schwerin teilnehmen. Genauso wie Nelly Juckel vom Recknitz-Campus Laage, die den Wettbewerb der 5. bis 9. Klassen gewann. Die Fünftklässlerin überzeugte die Jury mit einem Gedicht, in dem sie die Schönheit ihrer Heimat pries. Bei den Großen werden Zehntklässler der gastgebenden Wossidlo-Schule nach Schwerin fahren. Die Gruppe trug einen Strauß niederdeutscher Lieder schwungvoll vor, spielte Sketche und wagte sich sogar an Brinckmans Novelle „Dat Brüden geiht üm“ heran.

Schulleiterin Sabine Jahnke freute sich besonders, dass viele Schüler von der 5. bis zur 10. Klasse bei der Stange geblieben sind. Das ist auch ein Verdienst der Lehrerinnen Kerstin Lorenz und Hannelore Salzmann, die Plattdeutsch im Neigungsunterricht anbieten. „Die Kinder sprechen gern platt. Sie sind Mecklenburger und das ist eigentlich die erste Sprache, die man neben dem Hochdeutschen kennen sollte. Ich betreue die Kinder seit der fünften Klasse, wir kennen uns gut und sind wie eine Familie“, sagt Lorenz, die auch im Schulamt Rostock als Beraterin für Niederdeutsch zuständig ist.

Als Juroren des Regionalausscheids waren auch fünf Güstrower Plattsnacker tätig. Behrend Böckmann bescheinigte dem Ausscheid ein ansprechendes Niveau. So sehr die Plattsnacker das Engagement der Wossidloschule lobten, so enttäuscht zeigten sie sich, dass das John-Brinckman-Gymnasium nicht an dem Wettbewerb teilnimmt. „Wir bedauern, dass die Schule den Schwung aus der Brinckman-Ehrung nicht für den 12. Plattdeutsch-Wettbewerb genutzt hat“, formulierte Dieter Kölpien.

Mitte April steht in Güstrow wieder ein niederdeutscher Höhepunkt ins Haus. Die Fritz-Reuter-Gesellschaft trifft sich vom 15. bis 17. April zu ihrer Jahrestagung in der Barlachstadt. Die Güstrower Plattsnacker und Schüler aus der Kreisstadt werden das Programm dieser Tage mitgestalten.



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