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Bürgermeisterwahl in Laage : „Nich snacken, sünnern taupacken“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Wahl 2017: Kleiner Stadtrundgang mit dem 52-jährigen Andreas Springer (parteilos; vorgeschlagen durch die SPD)

von
erstellt am 14.Sep.2017 | 05:04 Uhr

Adrett gekleidet, mit leicht aufgeknöpftem weißen Hemd und schwarzem Anzug, steht Andreas Springer vor seiner Gaststätte in der Breesener Straße. Vor vier Jahren hat er das Cateringgeschäft an diesem Standort aufgebaut „und auch wenn ich gewählt werde, bleibt die Gaststätte in Betrieb“, verspricht der Unternehmer, der Laages neuer Bürgermeister werden will. Gleich vor der Tür stößt ihm das erste Manko auf, das er als Stadtoberhaupt sofort verändern würde. „Hier ist eigentlich Tempo 30, doch niemand hält sich daran – obwohl es hier zur Schule geht“, beschwert sich der parteilose Bürgermeisterkandidaten, der für die Wahl Rückendeckung von der SPD bekommt. „Verkehrsberuhigung ist ein ganz großes Thema in Laage“, sagt Springer und fügt hinzu: „Hier an der Schule sollte es Bodenschwellen und einen Zebrastreifen geben, auch auf der B 108 muss dringend die Geschwindigkeit begrenzt werden.“

Der geplante kleine Stadtrundgang fällt mit dem 52-Jährigen etwas anders aus. Er möchte viel zeigen und lädt daher zur Weiterfahrt in seinem mit Wahlwerbung dekorierten Auto ein. Der erste Weg – ein kurzer – führt in den angrenzenden Denkmalsweg. Anwohner hätten ihn auf die Verkehrssituation angesprochen, wenn Eltern ihre Kinder hier zur Schule bringen und wieder abholen. „Hier ist dann richtig Chaos“, beschreibt Springer die Situation. Seine Idee: Denkmalsweg sperren und die Eltern animieren ihre Kinder am ehemaligen Ballhaus abzusetzen. „Von dort aus führt auch ein gesicherter Schulweg zum Schulgelände“, betont der Vater zweier Töchter.

Sein nächster Halt führt Andreas Springer zur Freilichtbühne. Diese müsse dringend saniert werden. In diesem Atemzug solle hier, so Springers Idee, ein Kulturhaus entstehen. Und auch für das jüngst abgeblasene Freibad (SVZ berichtete) hat der Bürgermeisterkandidat eine Alternative im Köcher. „Im Rahmen der Recknitz-Renaturierung sollte hier in der Nähe zur Innenstadt ein Strandbad mit Campingplatz entstehen“, stellt sich Andreas Springer vor. Auch aus touristischer Sicht sei das wichtig, betont Springer. Hierzu zählt für ihn auch der Ausbau des Radwegenetzes rund um die Recknitzstadt. „Der Tourismus muss belebt werden und wir sollten unsere Vorzüge als Speckgürtel von Rostock ausbauen“, sagt der gebürtige Naumburger, der seit 18 Jahren in Laage lebt. Laage sei verkehrsgünstig gelegen, habe mit 60 Euro je Quadratmeter moderate Grundstückspreise – dies müsse nur bekannt gemacht werden. Andreas Springer stellt sich hier eine Kooperation mit der Hansestadt vor. „Eine Verknüpfung auf der Internetseite beispielsweise.“

Weiter führt die Tour mit dem Bürgermeisterkandidaten zum Airpark. „Es tut mir leid, was an diesem Standort passiert ist. Während das Gewerbegebiet in Kritzkow top gemacht ist, schwächelt der Airpark“, sagt Springer und schaut dabei auf die leer stehende Halle der Druckerei Adam. „Mit Unterstützung und durch die Kontakte von Uwe Heinze möchte ich Laage als Wirtschaftsstandort ausbauen – das finde ich wichtig für die Region“, sagt Springer.

Mit Blick zum Himmel spricht Andreas Springer noch ein weiteres Thema an: „Ich habe viele Zuschriften von Wählern wegen des Fluglärms vom Fliegerhorst bekommen. Das ist ein großes Problem in Laage.“ Man müsse diesbezüglich Kompromisse finden – gerade im Hinblick auf die Übungsflüge am Sonntag und spät am Abend. „Es ist schon schlimm, was uns hier an Lärm und Abgasen zugemutet wird“, beschreibt der Laager.

Auch das Ehrenamt liegt dem 52-Jährigen am Herzen. „Gerade erst war ich bei der Feuerwehr und habe nur Hochachtung und Anerkennung für das übrig, was die Kameraden leisten. Wie viele andere machen sie das rein ehrenamtlich“, sagt Springer. Ob Feuerwehr, Laufgruppe oder Fußball – sie alle engagieren sich auch für die Kinder in Laage. „Dafür muss es eine Förderung mit Geld von der Stadt geben“, fügt Springer hinzu. Seiner Ansicht nach würde der städtische Haushalt dies auch hergeben. „Wäre ich Bürgermeister, würde ich regelmäßig zu den Vereinen gehen, ihre Arbeit anerkennen. Das ist in der Vergangenheit vernachlässigt worden“, betont Springer, der auch den Ortsteilen mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen will.

Warum er Bürgermeister werden will? „Ganz einfach: Ich will nicht nur reden, sondern etwas bewegen. Darum bin ich 2014 auch in die Stadtvertretung gegangen. ,Nich snacken, sünnern taupacken‘ ist auch mein Motto für die Wahl“, fasst Andreas Springer zusammen.

Zur Person



• geboren 1965 in Naumburg, ab 1979 Polytechnische Oberschule in Güstrow, seit 1999 wohnhaft in Laage

• geschieden, zwei Kinder (8,17), konfessionslos

• Lehre bei der Deutsche Seereederei, Fachschulstudium zum Schiffsingenieur in Bremerhaven

• seit 1999 selbstständiger Unternehmer in Laage; heute Betreiber der Gaststätte „Springer“

• seit 2014 Mitglied in der Stadtvertretung Laage (SPD-Fraktion)

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