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Güstrower Anzeiger

20. September 2017 | 22:16 Uhr

Fusion : Neustart mit schwarzer Null

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gemeinden Lalendorf und Langhagen fusionieren mit dem Wahltag / 3574 Einwohner in 26 Dörfern

Mit den Kommunalwahlen am 25. Mai hört die Gemeinde Langhagen auf zu existieren. Die längst beschlossene Fusion mit der Nachbargemeinde Lalendorf wird vollzogen. Das Ergebnis: Es entsteht im Amt Krakow am See eine riesige Gemeinde mit 3574 Einwohnern, die in 26 Orten wohnen, die sich auf einer Fläche von knapp 140 Quadratkilometer zwischen Tolzin im Norden, Klaber im Osten, Langhagen im Süden und Nienhagen im Westen verteilen. Damit wird Lalendorf die größte Kommune im Amt Krakow am See. Zum Vergleich: Krakow am See hat 3519 Einwohner. Stadt und Ortsteile erstrecken sich auf 87 Quadratkilometer.

Die Sorge mit dem lieben Geld führt die Nachbarn zusammen, nicht die Liebe. Hochzeitsgeld gibt es vom Land schon lange nicht mehr und doch lindert die Fusion finanzielle Probleme. Mit 2,5 Millionen Euro versüßt das Land den Schritt. Damit wird der Langhagen einen großen Teil seiner Verbindlichkeiten aus Altschulden und Sanierungskrediten für die Wohnblöcke in Langhagen los und Lalendorf einen Kassenmittel-Kredit über rund 780 000 Euro.


Fusion beschert Handlungsfähigkeit


„Es ist traurig. Mit Bürgernähe hat das nichts mehr zu tun“, sagt Langhagens Bürgermeister Karl Schütt. Aber durch die Fusion werde man wenigstens wieder handlungsfähig, für wie lange, will er dahingestellt lassen. „Die Gemeinden haben ohnehin schon manches gemeinsam gemacht“, führt Lalendorfs Bürgermeister Reinhard Knaack ins Feld und nennt Wasser und Abwasser sowie die Wohnungswirtschaft als Beispiele. Es bringe die neue große Gemeinde erst einmal auf „das Level einer schwarzen Null“. „Die finanzielle Probleme sind damit aber nicht gelöst“, schiebt Knaack nach und fordert Änderungen des Finanzausgleichsgesetzes (FAG) im Land, die eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen garantiere. Bei der Größe der Kommune stoße auch das Ehrenamt an seine Grenzen. Jemand, der in Lohn und Brot steht, könne das nicht mehr leisten, betont Knaack. „Und doch muss man auch den Mitarbeitern im Innenministerium danken. Sie waren sehr bemüht“, betont Lalendorfs Bürgermeister. Gebietsänderungs- und Konsolidierungsvertrag waren zu verhandeln. Letztendlich habe man in eineinhalb Jahren alles über die Bühne bekommen. „Die Fusion bietet uns die Chance ein ländliches Territorium zu bleiben“, denkt Lalendorfs Bürgermeister, während sein Noch-Amtskollege fürchtet, dass die Gemeinden in nicht allzu ferner Zukunft der Stadt Krakow am See zugeschlagen werden. „Die Landespolitik muss sich überlegen, wie sie mit dem ländlichen Raum umgeht“, fügt Knaack hinzu.


Block abreißen, Schulden mit loswerden


Ausgangspunkt der Fusion, war der Wunsch der Gemeinde Langhagen einen weiteren nicht mehr benötigten Wohnblock abzureißen. „Aber wir wollten mit dem Abriss auch die Schulden, die auf dem Block liegen, loswerden“, berichtet Schütt. Bei einem Gespräch im Innenministerium habe man ihm die Möglichkeit der Entschuldung offeriert. Bedingung: Fusion mit Lalendorf. Letztendlich habe man keine Wahl gehabt, räumt Schütt ein.

Nun wolle man nach vorn blicken, sagt Knaack. Die neue Gemeindevertretung müsse über einen gemeinsamen Haushalt beraten. Und: „Wir müssen die Aufgaben so verteilen, dass beide Territorien berücksichtigt werden und die Menschen sich vertreten sehen.“ Am Sonntag sind für die neue Großgemeinde 14 Gemeindevertreter und ein Bürgermeister zu wählen. 26 Männer und Frauen bewerben sich darum. Einziger Bürgermeisterkandidat ist Reinhard Knaack.

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